Der schwerste deutsche Kürbis wog in diesem Jahr 795 Kilo. Foto: dpa

Am Sonntag, 14. Oktober, findet die Europameisterschaft im Kürbiswiegen im Blühenden Barock Ludwigsburg statt. Ein Rückblick auf die wenig gewichtigen Anfänge der Meisterkürbisse zeigt: Im Riesenkürbis-Markt steckt großes Wachstumspotenzial.

Ludwigsburg - Eintausendeinhundertneunzig Kilogramm und ein halbes – das ist das Kampfgewicht, das es in diesem Jahr zu schlagen gilt bei der Europameisterschaft im Riesenkürbiswiegen im Blühenden Barock. An kommenden Sonntag findet sie statt. Die Ausgangslage für das Großereignis könnte spannender nicht sein, denn der Top-Favorit Mathias Willemijns, der Weltrekordhalter aus Belgien, kann in diesem Jahr nicht antreten: Alle Gewächse, die er ins Rennen schicken wollte, sind aufgrund ihrer abnormen Größe aufgeplatzt und somit disqualifiziert.

So dürfen sich die Kürbiswiege-Experten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen von vier Favoriten freuen. Schafft es der Schweizer Beni Meier wieder einmal, das Fachpublikum zu überraschen? Er knackte im Jahr 2014 als erster Profizüchter mit seinem Kandidaten das Gewicht von einer Tonne. Aber auch Züchter aus Italien, Spanien und Belgien wollen die Trophäe mit nach Hause nehmen. Robert Jaser und Norbert Mietschke aus Augsburg, die Sieger der diesjährigen deutschen Meisterschaft, dürften es mit ihrem 795 Kilo schweren Kürbis schwer haben, bei einer solch gewichtigen internationalen Konkurrenz mitzuhalten.

Grenzen des Wachstums – wo gibt’s denn so was?

Doch wer weiß? Vielleicht hat der Supersommer auch in anderen Teilen von Kürbis-Europa die wuchtigen Gewächse weniger stark sprießen lassen. Vielleicht wird das Kürbisjahr 2018 als ein düsteres in die Geschichte des Kürbiswiegens eingehen – ein Jahr, in dem man es nicht geschafft hat, noch dickere Brummer als im Vorjahr sprießen zu lassen. In einer auf stetes Wachstum getrimmten Welt wäre das eine Bankrotterklärung der Profizüchterbranche. Grenzen des Wachstums – wo gibt’s denn so was?

Im Jahr 2000, als die Kürbisausstellung und das Kürbiswiegen zum ersten Mal im Blühenden Barock stattfanden, wogen die größten deutschen Kürbisse noch zwischen 150 und 200 Kilogramm. Ergo hat sich deren Gewicht binnen 18 Jahren vervierfacht. Eine solche Steigerung können im selben Zeitraum nicht mal Mieten in den besten Ludwigsburger Stadtteilen nachweisen. Da kann eigentlich nur der Bitcoin mithalten. Doch bei der Kryptowährung sagen Experten ja seit Jahren, dass es sich dabei um eine Blase handeln könnte, die bald platzt – wie die Kürbisse des Weltrekordhalters.

Lohnt sich der Invest in Riesenkürbisse?

Vielleicht lohnt es sich der Invest in Kürbisse mehr? Die Samen der Gewinner sind jedes Jahr sehr begehrt. Denn nach dem Sieg werden die Gewinner geschlachtet. Am letzten Tag der Kürbisausstellung, in diesem Jahr der 4. November, rückt man den Gemüse-Giganten mit Motorsägen zu Leibe und entlockt den Gewächsen die Grundlage für einen möglichen Erfolg bei den Meisterschaften im kommenden Jahr. Vielleicht werden die Kürbisse eines Tages auch so groß sein, dass man eine Kutsche aus ihnen schnitzen kann. Dem barocken Ludwigsburg würde so ein Vehikel gut stehen.

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