Ungewohnter Anblick für alle VfB-Fans: Alexandru Maxim im Trikot des 1. FSV Mainz 05. Foto: dpa

Am Samstag kommt es für den VfB Stuttgart zum Wiedersehen mit Alexandru Maxim. Ein besonderes Spiel für den kleinen Rumänen vom 1. FSV Mainz 05, der in seiner neuen Heimat weiterhin Rätsel aufgibt.

Mainz/Stuttgart - Man liegt sicher nicht völlig daneben, die viereinhalb Jahre von Alexandru Maxim (27) beim VfB Stuttgart vor allem als Zeit der Missverständnisse zu bezeichnen. Anspruch und Wirklichkeit lagen meist so weit voneinander entfernt wie der VfB von beständigem Erfolg, famosen Auftritten folgten nicht selten Begegnungen, in denen das Spiel völlig an Alexandru Maxim vorbeilief.

Wenn er mit gesenktem Haupt vom Platz trottete, weil er mal wieder frühzeitig runtermusste und sich höchstens am aufmunternden Beifall der ihm wohlgesinnten Stuttgarter Fans trösten konnte. Sie hielten ihm bis zum Schluss die Treue – immer in der Hoffnung auf den einen magischen Moment, wie ihn außer Maxim nur wenige (VfB-)Kicker auf den Platz zaubern können. Die Zuneigung vonseiten der Anhänger stand jedoch in steter Diskrepanz zur Beurteilung durch die insgesamt acht Trainer, die Maxim auf dem Wasen begleiten. Wie schon gesagt: unterm Strich ein ziemliches Missverständnis.

Doch das ist Geschichte. Seit diesem Sommer steht der 28-fache rumänische Nationalspieler beim kommenden Gegner Mainz 05 unter Vertrag. Wo sich die Widersprüche zunächst einmal nahtlos fortsetzten. In einem seiner ersten Interviews wurde Maxim auf seine Zeit beim VfB angesprochen. Woraufhin er zu Protokoll gab, keine gute Zeit in Stuttgart gehabt zu haben. Fans und Medien leiteten daraus prompt ein Nachtreten in Richtung Ex-Club ab, ehe der zuständige TV-Redakteur klarstellte, ungenau übersetzt zu haben. Maxim bevorzugt bei Presseterminen nämlich nach wie vor Englisch, obwohl er des Deutschen mächtig ist. Wieder einmal ließ der kleine Künstler alle ratlos zurück.

Warum der Abgang aus Stuttgart?

Das jüngste Rätselraten veranstalteten sein früherer und sein jetziger Berater, und zwar in der Frage, wie es überhaupt zum Abgang aus Stuttgart kommen konnte. „Der Alex wäre auch gerne jetzt noch in Stuttgart“, behauptet Herbert Briem, der Maxims Geschicke bis Ende Mai lenkte. Dem entgegnet Maikel Stevens, der Sohn des früheren VfB-Coaches Huub Stevens: „Alex wurde nicht weggeschickt. Wir wollten wechseln.“

Alles klar? Nichts scheint klar, außer dass VfB-Coach Hannes Wolf bis zuletzt sauer aufstieß, wenn sich Maxim mit drei schmucken Szenen pro Spiel zufriedengab. Ob der inzwischen entlassene Jan Schindelmeiser ihn aber ausgerechnet an einen vermeintlichen Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg abgeben musste, für vergleichsweise schmales Geld (drei Millionen Euro), darüber gingen die Meinungen im Club weit auseinander.

Nun gut, Maxim selbst will sich mit all dem nicht länger beschäftigen. Sämtliche Interviewanfragen vor seiner Rückkehr lehnte er ab. Sein Augenmerk richtet sich voll auf Samstag, 15.30 Uhr, wenn es in der Mercedes-Benz-Arena heißen soll: Hier kommt Alex!

Maxim will Taten sprechen lassen

„Wie ich ihn kennengelernt habe, geht es ihm gar nicht darum, irgendwelche Dinge zu beweisen, sondern einfach für Mainz 05 eine sehr gute Leistung zu absolvieren“, nimmt Trainer Sandro Schwarz den Druck von seiner Nummer 10. Sein Ratschlag lautet: „Alex soll am Samstag Spaß haben, soll genauso fleißig bleiben wie bisher und sich komplett freimachen von dem, was um ihn herum passiert.“

Seine ersten beiden Auftritte im Trikot der 05er waren ähnlich wechselhaft wie in der Vergangenheit in Stuttgart. Leichtfüßig und technisch glanzvoll in der ersten Pokalrunde gegen den Lüneburger SK (3:1), gehemmt und umständlich beim Bundesliga-Auftakt gegen Hannover 96 (0:1). Anders als beim VfB genießt er in Mainz die volle Wertschätzung des Trainers. Schwarz wollte Maxim unbedingt, hat ihm die Führungsrolle im offensiven Mittelfeld zugesichert. Wenn er etwas an dem 27-Jährigen zu kritisieren hat, dann dass er „zu selbstkritisch“ sei. Dies seien häufig die Momente, in denen ihm viel misslinge und seinen Aktionen die nötige Konsequenz fehle.

Zu selbstkritisch? Als Zweifler haben ihn seine Stuttgarter Trainer bei allen Vorwürfen nie wahrgenommen. Alexandru Maxim – er ist und bleibt ein rätselhafter Fall.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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