Diese Holzbank ist der Lieblingsplatz von Martin Feurstein. Foto: Gottfried Stoppel

Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer würde es bei der Remstal-Gartenschau längst nicht so glatt laufen. Martin Feurstein ist einer davon – er ist Geländepate des Schorndorfer Schlossparks.

Schorndorf - Der Lieblingsplatz von Martin Feurstein befindet sich am Rande des Schlossparks. In einem der Mikrogärten steht die Bank, herausgearbeitet aus dem Stamm eines alten Apfelbaums. Der Blick geht zu drei Wasserschalen. „Hier kann ich gut zur Ruhe kommen“, sagt der 68-Jährige. „Nach Feierabend natürlich“, ergänzt er und lacht.

Er ist einer der 350 Ehrenamtlichen, die bei der Gartenschau helfen. Martin Feurstein ist Geländepate des Schlossparkes – und so quasi ein Mädchen für alles. Das zeigt ein Auszug aus der Liste seiner Aufgaben: Verteilen der Sitzkissen auf der Rasenfläche, Versorgen der Einlasskontrollen mit Getränken, Auffüllen der Flyerschütten, Wegräumen von Müll, Öffnen der Tore für Handwerker und vieles mehr.

Und er ist Ansprechpartner für die Besucher. „Viele möchten wissen, wie sie zum Stadtpark kommen oder zum Grafenberg. Und manche wissen gar nicht, warum die Daimlerfiguren bei uns im Schlosspark stehen“, erzählt Feurstein, der den Unwissenden gerne vom berühmtesten Sohn der Stadt berichtet.

Schon mehr als 200 Stunden im Einsatz

Seit Beginn der Remstal-Gartenschau hat er bereits 200 Stunden als Geländepate gearbeitet: Eine Woche macht er Dienst, dann folgt eine Woche Pause. „Jeder Ehrenamtliche sollte mindestens 50 Stunden leisten, aber nach oben gibt es keine Grenze“, sagt er mit einem Zwinkern. Zwei Jahre ist es her, dass er den Aufruf und die Suche nach Helfern entdeckt hat. Ihn hat die Gartenschau angesprochen, weil er selbst einen schönen Garten hat, aber auch weil ehrenamtliches Engagement für ihn dazu gehört: Seit Jahren steht er in der Pauluskirche und beim ASV Schorndorf als Helfer parat.

„Seit 2014 bin ich Rentner und kann mir meine ehrenamtliche Arbeit aussuchen“, sagt er und betont, dass er sich aber auch daheim wohlfühle: „Ich habe eine sehr liebe Frau, daran liegt’s nicht.“ In gewisser Weise will er seiner Stadt etwas zurückgeben: „Wir wohnen seit 1977 in Schorndorf, und zwar sehr gerne. Und was man liebt, das muss man pflegen“, sagt er. An seiner Aufgabe als Geländepate gefallen ihm vor allem die Begegnungen mit den Menschen. „Ich habe in Stuttgart gearbeitet und kannte nicht so viele Schorndorfer. Aber das hat sich geändert.“

Gäste aus Frankreich und Italien

Und dann gibt es die vielen Begegnungen mit den Besuchern: Menschen aus Hessen und Bayern, aus Frankreich und Italien hat er schon in „seinem“ Park als Gäste begrüßt. „Der Großteil ist sehr begeistert, gerade auch von den Blumenausstellungen im Schlosskeller.“ Kritik gebe es vor allem von Hundebesitzern oder Radfahrern – beide Gruppen dürfen den Park nur ohne ihre vierbeinigen oder zweirädrigen Begleiter betreten. „Wenn man da nicht aufpasst, ist schnell ein Radfahrer drin.“

Martin Feurstein hat aber die Erfahrung gemacht, dass sich mit einem ruhigen und sachlichen Ton die meisten Situationen klären lassen – auch wenn die jüngeren Besucher so hohe Burgen aus den Sitzsäcken bauen, dass das Verletzungsrisiko zu groß wird.

Ob er selbst die Gartenschau bewusster wahrnimmt? „Auf jeden Fall“, sagt Martin Feurstein. „Weil ich jeden Tag da bin, sehe ich auch die kleinen Veränderungen der Blumen“, erzählt er. Und an den Tagen, an denen er nicht bei der Gartenschau arbeitet, da schaut er sich gerne die anderen Gartenschaugemeinden an. Von Schorndorf in Richtung Remsquelle hat er bereits alles gesehen, jetzt soll es Richtung Mündung weitergehen. Sein Fazit: „Die Planer haben sich wirklich viel Mühe gegeben.“ Und vor allem natürlich in Schorndorf: „Die Stadt war noch nie schöner.“

Wer mithelfen möchte, meldet sich hier

Wer noch Lust hat, bei der Gartenschau in Schorndorf zu helfen, darf sich gerne melden bei Simone Lämmle, Telefon 0 71 81/602 11 02.

Die Highlightwoche in Schorndorf

Basteln:
Passend zum Motto der Schorndorfer Highlightwoche können Kinder einiges zum Thema Floristik basteln. Am Donnerstag, 22. August, werden Filzblumen angefertigt, am Freitag Vogelfuttertassen und am Samstag ein Filz-Blumenkind. Alle Angebote beginnen um 13 Uhr im Pavillon im Stadtpark. Erwachsene können sich am Dienstag, 20. August, von 14 Uhr an im Pavillon im Stadtpark von den Landfrauen zeigen lassen, wie man Blumenkränze herstellen kann.

Blumen:
Von Montag bis Freitag schmücken aufblasbare Blumen den Marktplatz, die abends leuchten. Auf dem unteren Marktplatz gibt es die ganze Woche kunstvolle Blumenarrangements zu sehen. Am Samstag, 24. August, entsteht ein 84 Quadratmeter großer Blumenteppich auf dem Marktplatz, der etwa gegen 18 Uhr fertig ist. Er ist bis Sonntag zu sehen, ab 17 Uhr werden Teile des Kunstwerks gegen eine kleine Spende abgegeben.

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