Ist der Trend zu Fremdgetränken auf Straßenfesten ein Problem? Gerne gesehen wird er von den Veranstaltern jedenfalls nicht. Foto: Andreas Rosar

Das Marienplatzfest kann sich über die Besucherzahlen nicht beklagen. Dennoch verärgert ein Trend manche Besucher und die Veranstalter: Es werden wohl immer mehr Fremdgetränke mitgebracht.

Stuttgart - Verboten ist es nicht, es ist ja ein öffentlicher Platz: Ein bis zwei Bierkästen im Supermarkt kaufen und sich dann während des Marienplatzfestes auf den Platz setzen, Musik umsonst, die hübsche Deko und die ausgelassene Stimmung genießen. „Wenn dann aber jemand an unseren regionalen Ständen fragt, ob er Eiswürfel zum Kühlen der Fremdgetränke bekommen kann, ist das schon ein bisschen dreist“, sagt Peter Streibel, einer der Veranstalter. Von Donnerstag bis Sonntag haben sich auch Besucher beschwert, dass der Trend zum Fremdgetränk bei der proppenvollen Veranstaltung an Stuttgarts hippstem Platz etwas aus dem Ruder zu laufen scheint.

„Mir fehlt das Verständnis für diese Verräter-Trinker“, sagt Ute Möller aus Stuttgart-Süd, die die Veranstaltung, die ihren Stadtbezirk aufwertet, gerne etwas mehr wertgeschätzt sehen würde. Schließlich koste das Kulturprogramm Geld, das fürs nächste Jahr wieder erwirtschaftet werden müsse.

Nichts gegen „ein Bier beim Rewe“

Getragen wird das Marienplatzfest von einem gemeinnützigen Verein. Der Veranstalter Peter Streibel betont, dass er prinzipiell auch überhaupt nichts dagegen habe, „wenn jemand sich beim Rewe ein Bier holt.“ Aber er findet es zumindest schade, wenn jemand stundenlang mit im Supermarkt gekauften Vorräten einen Platz bei der Veranstaltung besetzt, wo ein zahlender Gast am Gelingen des Marienplatzfestes mitwirken würde.

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Gelohnt hat sich das Marienplatzfest für die beteiligten Gastronomen natürlich trotzdem – alleine ob der schieren Besuchermassen, die sogar auf die Seitenstraßen ausweichen mussten, weil es auf dem Platz selbst in den frühen Abendstunden irgendwann zu voll wurde. Die Grundsatzfrage, in welchem Rahmen sich günstige Fremdgetränke auf Straßenfesten schicken, beantwortet das aber nicht.

Das Marienplatzfest ist übrigens nicht die erste Veranstaltung in Stuttgart, die Probleme mit sogenanntem Verräterbier hat. Auch das nicht-kommerzielle Musikfestival „Umsonst und Draußen“ klagte in der Vergangenheit immer wieder über unverhältnismäßiges Mitbringen von Fremdgetränken.

Eindrücke vom diesjährigen Marienplatzfest finden Sie in unserer Bildergalerie!

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