Ein Flüchtlingskind aus Burundi sitzt in Gashora (Ruanda) unter einem Moskitonetz gegen Malaria. Foto: Dai Kurokawa/dpa

Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria. Am schlimmsten betroffen sind afrikanische Staaten wie Burundi, der Kongo und Nigeria. Und der Kampf gegen tückische Fieber kommt in vielen Ländern kaum voran – auch wegen der Corona-Pandemie.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor einem Rückschlag bei der Bekämpfung von Malaria in der Corona-Pandemie gewarnt. „Covid-19 droht unsere Bemühungen zu behindern, Malaria zu besiegen“, erklärte Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika.

Werde der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten in Subsahara-Afrika nur um zehn Prozent eingeschränkt, könne dies zu 19 000 zusätzlichen Todesfällen führen, heißt es in dem am Montag in Genf veröffentlichten WHO-Malariabericht.

Mehr als 400 000 Malaria-Tote 2019

Im vergangenen Jahr starben laut dem World Malaria-Report 2020 der WHO weltweit 409 000 Menschen an der Tropenkrankheit. Die meisten Malaria-Programme seien zwar während der Coronavirus-Pandemie fortgesetzt worden, heißt es in dem Bericht. Die internationale Staatengemeinschaft müsse jedoch „mehr tun, um die Ressourcen für eine Ausweitung der Malaria-Programme sicherzustellen“, fordert Moeti.

In den vergangenen Jahren sind die Fortschritte bei der Bekämpfung von Malaria laut dem WHO-Bericht ins Stocken geraten. 2019 gab es Schätzungen zufolge weltweit 229 Millionen Fälle der durch Stechmücken übertragenen Krankheit. Die einst rapide sinkende Zahl der Todesopfer stagnierte in den vergangenen zwei Jahren. 

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Vier afrikanische Länder sind Malaria-Hotspots

Von den für 2019 angestrebten 5,6 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Krankheit wurden laut WHO nur drei Milliarden Dollar aufgebracht. Dies stelle eine „erhebliche Bedrohung“ dar, warnte die WHO. 

Der afrikanische Kontinent ist besonders stark von der Krankheit betroffen. Im vergangenen Jahr starben dort schätzungsweise 384 000 Menschen an der Tropenkrankheit. Fast die Hälfte aller Malaria-Fälle weltweit entfiel auf vier Länder: Nigeria (27 Prozent), die Demokratische Republik Kongo (12 Prozent), Uganda (fünf Prozent) und Mosambik (vier Prozent).

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Kaltes Fieber

Malaria, auch Sumpffieber oder Kaltes Fieber genannt, gehört seit Menschengedenken zu den heimtückischsten Krankheiten. Die Malaria-Erreger werden durch Stiche von Anopheles-Mücken übertragen. Schon ein Stich einer infizierten Mücke reicht aus, um sich anzustecken. Erst nach einigen Tagen merken die Betroffenen, dass sie erkrankt sind, doch für viele ist dann schon zu spät. Typisches Symptom einer Malariainfektion sind Fieberschübe.

Die Mücken stechen vor allem nachts zu. Die Erreger – sogenannte Plasmodien – gelangen in die Blutbahn und vermehren sich in der Leber. Die in Afrika verbreitete und schwerste Form, die Malaria tropica, wird durch den Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst. Malaria verursacht Fieber, Anämie und neurologische Probleme und kann unbehandelt tödlich verlaufen.

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