Bislang zeichnet sich keine Lösung für den Lärm an der Magstadter Straße ab. Foto: Sandra Hintermayr

Können die bisher vorgeschlagenen Lösungen den Lärm an der Magstadter Straße in Stuttgart-Büsnau reduzieren? Die Stadt ist skeptisch.

Büsnau - Der neue halbstationäre Starenkasten am Neckartor war für die Büsnauer ein Lichtblick. Sie schlugen vor, mit dem System, das auch über einen Zeitraum von mehreren Tagen autark agieren kann, die Raser an der Magstadter Straße zu erfassen, deren Lärm die Anwohner als starke Belastung empfinden. Die Straßenverkehrsbehörde dämpft diese Hoffnung. Zum einen sei das Gerät nicht Eigentum der Stadt, sondern eine Leihgabe im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts zur Luftreinhaltung.

Zum anderen sei die Magstadter Straße als Standort nicht geeignet, da eine Aufstellfläche direkt an der Fahrbahn benötigt werde. Am Neckartor ist das der Gehweg. An der Straße in Büsnau gibt es keinen Gehweg, sondern nur Wiese und Gebüsch neben der Fahrbahn. Und: „Es handelt sich um ein Lasergerät, für dessen Einsatz eine längere gerade Strecke erforderlich ist. Die Strecke zwischen den beiden Kurven in der Magstadter Straße ist hierfür zu kurz“,teilt die Verkehrsüberwachung mit.

Der Blitzer blitzt Fahrzeuge nur von vorne

Der Blitzer erfasst Fahrzeuge zudem – wie jeder übliche stationäre Blitzer auch – nur von vorne. Da haben Motorräder aber kein Kennzeichen, das Rückschlüsse auf den Halter zulässt. Zwar gibt es spezielle Geräte, die ein Motorrad auch von hinten blitzen, diese sind aber teuer.

Von Rüttelstreifen auf der Fahrbahn versprachen sich die Büsnauer ebenfalls eine Geschwindigkeitsreduzierung. Im Rems-Murr-Kreis laufe gerade eine Pilotphase. Die Stuttgarter Straßenverkehrsbehörde sagt dazu: „Derzeit läuft ein Monitoring aus Zählung und Geschwindigkeitsmessung, um die Wirksamkeit zu evaluieren. Die Ergebnisse werden im November vorliegen und kommuniziert. Im Vordergrund steht hier aber die Erhöhung der Verkehrssicherheit und nicht der Verkehrslärm, sodass es fraglich ist, ob hierzu ein Ergebnis zu erwarten ist.“

Verursachen die Rüttelstreifen noch mehr Lärm?

Das Polizeipräsidium teilte zudem mit, dass zwar in ganz Deutschland Rüttelstreifen eingesetzt werden, diese aber teils auch wieder entfernt würden, weil sie „negative Nebeneffekte mit sich bringen“. So verursache es zusätzlichen Lärm, wenn Autos und Lastwagen, „mehrspurige Fahrzeuge“, wie die Verwaltung schreibt, über die Bodenmarkierungen fahren. „Im Netz finden Sie zum Beispiel auch die Anmerkung von Motorradfahrern, dass man die Rüttelstreifen weniger bemerkt, je schneller man darüber fährt. Das kann natürlich nicht unser Ziel sein“, heißt es in dem Schreiben. Aus diesen Gründen sehe man zum jetzigen Zeitpunkt von solchen Rüttelstreifen ab.

Zusätzliche Hinweisschilder, die die Motorradfahrer dazu animieren sollen, langsamer und leiser zu fahren, will die Stadt prüfen. Die Straßenverkehrsbehörde habe eine entsprechende Anfrage zu den Kosten an das Tiefbauamt gestellt. Sobald ein Ergebnis vorliege, wolle man die Anwohner informieren.

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