Männliche Hühnerküken setzen weniger Fleisch an als weibliche und legen keine Eier. Deshalb werden sie massenweise getötet. (Archivbild) Foto: dpa/Peter Endig

Männliche Küken werden derzeit massenweise getötet, weil sie für die Lebensmittelindustrie wenig Wert haben. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will das langfristig verhindern. Zunächst soll das Geschlecht schon vor dem Schlüpfen aus dem Ei bestimmt werden.

Berlin - Das routinemäßige Töten frisch geschlüpfter, männlicher Küken soll in Deutschland ab Januar 2022 verboten werden. Das Geschlecht der Tiere muss dann schon im Ei bestimmt werden, so dass die männlichen Küken gar nicht erst schlüpfen. Der Gesetzentwurf, den Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellte, sieht noch eine zweite Stufe vor: Ab Januar 2024 müssen Methoden angewandt werden, die vor dem siebten Bruttag greifen. Denn ab dem siebten Tag empfänden Hühnerembryonen Schmerz, heißt es im Gesetzentwurf.

Noch werden 45 Millionen männliche Küken jährlich getötet, weil sie keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen. Ein Küken wird 21 Tage lang ausgebrütet. Die bisher marktreifen Verfahren bestimmten das Geschlecht im Ei in einem Zeitraum vom 9. bis 14. Bebrütungstag, teilte das Ministerium mit. „Es wird dennoch weiter geforscht, um zu einem noch früheren Zeitpunkt die Geschlechterbestimmung im Ei vornehmen zu können.“

Klöckner sagte, das Töten sogenannter Eintagsküken sei ethisch nicht vertretbar. Deutschland sei mit dem Gesetz weltweit Vorreiter. Das sei ein „Meilenstein für den Tierschutz“.

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