Weißer nebliger Rauch aus Schornsteinen hängt über der Innenstadt von Mailand. Den höchsten Anteil an Todesfällen in Zusammenhang mit Umweltbelastungen in Europa haben Bosnien und Herzegowina (27 Prozent). Foto: Claudio Furlan/LaPresse/dpa

In der EU steht laut einer Studie rund jeder achte Todesfall in Zusammenhang mit Umweltverschmutzung. Besonders belastend für die Gesundheit von EU-Bürgern ist laut der Untersuchung der Europäischen Umweltagentur schlechte Luftqualität.

Kopenhagen - In der EU steht laut einer Studie etwa jeder achte Todesfall in Zusammenhang mit Umweltverschmutzung. 630 000 Todesfälle im Jahr 2012 in der Europäischen Union und dem damals noch zur EU gehörenden Großbritannien hätten auf Umweltverschmutzungen zurückgeführt werden können, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA. Dies entsprach einem Anteil von 13 Prozent an den gesamten Todesfällen in EU-Ländern.

Besonders dramatisch ist die Situation bei der Luftverschmutzung. Mehr als 400 000 Menschen sterben jährlich vorzeitig an den Folgen. Die Daten von 2012 sind die jüngsten, die für die Studie vorlagen.

400 000 Todesfälle durch Luftverschmutzung

Für den Bericht wurden Daten zum Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Europäer analysiert. Demnach stellt in Europa die Luftverschmutzung nach wie vor die größte Umweltbedrohung für die Gesundheit dar. 1990 lag die Zahl der darauf zurückgehenden vorzeitigen Todesfälle allerdings noch bei einer Million.

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Lärm, Chemikalien, Antibiotika

An zweiter Stelle stehe die Lärmbelastung, die zu 12 000 vorzeitigen Todesfällen führe, heißt es in dem Bericht weiter. Auch Auswirkungen des Klimawandels hätten zunehmend ihren Anteil, Hitzewellen und Überschwemmungen zum Beispiel. Menschen in städtischen Umgebungen seien von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen, sagte Catherine Ganzleben von der EEA.

Weitere von der Umweltagentur genannte Faktoren sind chemische Verbindungen und auf zu starken Antibiotika-Einsatz zurückgehende Resistenzen bei Krankheitserregern und verschmutztes Trinkwasser.

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Auffällig sei zudem der deutliche Unterschied zwischen den Ländern in Ost- und Westeuropa. In vielen osteuropäischen Länder sei die Rate vorzeitiger Tode durch Umweltfaktoren sehr viel höher als in Westeuropa. Den höchsten Anteil an Todesfällen in Zusammenhang mit Umweltbelastungen habe Bosnien und Herzegowina (27 Prozent), den niedrigsten hätten Island und Norwegen (neun Prozent). Auch in Deutschland ist die Situation demnach vergleichsweise gut.

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Die Untersuchungen stützen sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Todes- und Krankheitsursachen von 2012. Demnach lassen sich rund 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in der EU - das entspricht 630 000 vorzeitig Verstorbenen – auf Umweltfaktoren zurückführen und wären daher vermeidbar. Zu den häufigsten Todesursachen zählen dabei Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfälle.

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