Stimmbildung für die Nachwuchssänger: die Jugendmusikschule will das Angebot für Kinder, die singen lernen wollen, ausbauen. Foto: dpa

Die Jugendmusikschule Ludwigsburg will mehr für Kinder tun, die singen wollen. Deshalb will sie Angebot auf diesem Feld weiter professionalisieren und ausbauen. Am 12. November ist zudem der Tag der Kinderstimme.

Ludwigsburg - Die Jugendmusikschule hat große Pläne für die Zukunft: Ludwigsburg soll so etwas wie die Stadt des Singens und des Gesangs werden. Jedenfalls kann man den Eindruck bekommen, wenn man sich die Zukunftspläne der Jugendmusikschulleiterin Christiane Schützer anschaut. Die Aktionen kulminieren am 12. November. An diesem Samstag im Herbst soll der Tag der Kinderstimme stattfinden, wie Schützer jetzt angekündigt hat. Bildungskooperationspartner ist der Schwäbische Chorverband. Für das Frühjahr 2017 ist bereits ein Aktionstag in Planung, der unter dem Leitmotiv „Ludwigsburg singt!“ steht. Die Schirmherrschaft hat der Oberbürgermeister Werner Spec übernommen. An diesem Tag soll es auch Sing-Workshops für Interessierte geben. Mit einer Großveranstaltung im Forum soll der Tag enden.

Schützer hat in der Vergangenheit immer wieder betont, wie wichtig für die musikalische Früherziehung das erste Instrument, das Kinder entdecken, nämlich die Stimme, ist. Dieser Erkenntnis sollen nun verstärkt Taten auf unterschieldichen Feldern folgen. „Der Gesangsunterricht für Kinder, deren Stimmen noch in der Veränderung sind, ist etwas ganz Besonderes“, sagt die Jugendmusikschulleiterin. In Ludwigsburg betritt die Jugendmusikschule mit der gezielten individuellen Förderung junger Stimmen Neuland.

Stärkere Vernetzung mit Schulen und Vereinen

Dass eine verstärkte Nachfrage nach diesen Angeboten von Seiten der Eltern und Kindern ins Haus steht, sagen laut Schützer auch die steigenden Kinderzahlen, mit denen die Barockstadt rechnet. Für die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes der Stadt geht Biregio, das beauftragte Institut, davon aus, dass bis zum Jahr 2020 an die 900 Grundschulkinder mehr in Ludwigsburg leben werden. Mit ihren Angebot der Musikimpulse erreicht die Jugendmusikschule schon jetzt 1200 Kinder in den Kindergärten und Grundschulen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen, den Chören und Vereinen steht unter dem Motto der verstärkten Vernetzung.

„Wir verstehen uns gewissermaßen als Chorservice“, sagt Schützer, wenn sie das neue Angebot ihrer Institution beschreiben soll. Die Schule für Kinder und Jugendliche will als Dienstleister für den Gesang auftreten und ihre Unterrichtsangebot im Bereich Stimmbildung und Gesangsunterricht weiter professionalisieren. Das heißt konkret, dass die Jugendmusikschule in der Hindenburgstraße über Räumlichkeiten verfügt, die sie andern Sängern ebenso wie ihre Instrumente zur Verfügung stellen will. Schützer, die selbst Gesang studiert hat, sagt: „Ich möchte offensiv mit anderen Leuten, die singen, zusammenarbeiten“. Das Schlossensemble Ludwigsburg (siehe zweiten Text), der Philharmonische Chor Ludwigsburg und der Gesangverein Eintracht Poppenweiler nutzen das Angebot bereits.

Friedensschule wird Singende Grundschule

Eine Zusammenarbeit wird es mit den Schulen geben. Den Auftakt macht die Friedensschule. Sie wird mit Beginn des Schuljahres 2016/17 zur Singenden Grundschule. In der Praxis heißt das, dass eine Lehrkraft der Jugendmusikschule einen Vormittag pro Woche an der Grundschule in Absprache mit dem Lehrerkollegium Gesang unterrichtet. Finanziert wird das auf fünf Jahre angelegt Projekt durch den Rotary Club Ludwigsburg. Schützers erklärtes Ziel für die Zukunft: das Singen soll ein fester Bestandteil des Unterrichts werden und Kindern den Weg zum Singen in einem Chor eröffnen.

Zusammen mit der Tanz – und Theaterwerkstatt soll von Herbst an, so schätzt Schützer den Fahrplan ein, für interessierte Jugendliche eine Musicalausbildung anbieten. In ihr sollen die Angebote Tanz, Gesang und Schauspiel zusammengeführt werden, die in der Karlskaserne bei unterschiedlichen Anbietern bereits vorhanden sind. „Wenn jemand auf die Musicalbühne möchte, dann muss er alle drei Sparten beherrschen“, sagt Schützer.

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