Autofrei: so stellt sich die Stadt die Zukunft der Alleenstraße vor. Foto: Stadt Ludwigsburg

Die Alleenstraße am Schulcampus in der Ludwigsburger City ist für Radfahrer enorm wichtig – und komplett überlastet. Versuchsweise verbannt die Stadt dort bald alle Autos. Auch um die Sicherheit der Schüler zu verbessern – und die Gastronomen vor Ort dürfen sich ebenfalls freuen.

Ludwigsburg - Die Alleenstraße am Ludwigsburger Schulcampus wird von Januar an bis zu den Sommerferien in einen Weg für Radfahrer und Fußgänger umgewandelt. Der städtische Bauausschuss hat am Donnerstagabend entschieden, den vor allem bei Radfahrern beliebten Straßenabschnitt zwischen Solitude- und Seestraße probeweise für den Autoverkehr zu sperren. Dass aus dem Test ein Dauerzustand wird, ist nicht unwahrscheinlich. Die Mehrheit der Stadträte äußerte sich in der Sitzung wohlwollend über das Projekt.

In der Erprobungsphase will die Stadt herausfinden, „wie die Autofahrer sich dann verhalten“, sagt der Baubürgermeister Michael Ilk. Die Fahrzeuge sollen in dieser Zeit über die Kreuzung von Solitudestraße und Mathildenstraße am Schillerplatz umgelenkt werden. „Diese Kreuzung weist heute noch Reserven aus“, heißt es dazu in einer Analyse der Stadtverwaltung. Außerdem habe ein Gutachten eines Fachbüros ergeben, dass eine „Herausnahme der Alleenstraße aus dem Autoverkehrsnetz möglich ist“.

Die gesamte City soll fußgängerfreundlicher gestaltet werden

Derzeit arbeitet die Stadt an einem Gesamtkonzept für die künftige Verkehrsführung an Schiller- und Arsenalplatz – auch dort mit dem Ziel, den gesamten Bereich fußgängerfreundlicher zu gestalten. Die endgültige Entscheidung, ob die Alleenstraße dauerhaft autofrei bleibt, fällt vermutlich erst, wenn der Rahmenplan für das komplette Umfeld steht. Der Hauptgrund, warum die Stadt jetzt schon in den Probebetrieb einsteigt: die Alleenstraße bildet die wichtigste Route für Radler, die aus der Oststadt in die City fahren.

Dazu gehören unzählige Schüler, die täglich den Schulcampus mit Gemeinschaftsschule, Realschule und den drei Gymnasien ansteuern. „Die Beliebtheit hat dazu geführt, dass der vorhandene Radweg nicht mehr ausreicht“, erklärt das Rathaus. „Die Folge ist gegenseitige Behinderung und Gefährdung.“ In Stoßzeiten sei es kaum mehr möglich, mit dem Rad gegen den Schülerstrom in der Alleenstraße zu fahren. Auch die Gehwege seien überlastet.

Hinzu kommt, dass der Autoverkehr die neue Gemeinschaftsschule vom übrigen Campus abtrennt. „Wenn die Alleenstraße nicht mehr von Autos befahren würde, könnten die Gemeinschaftsschüler beispielsweise den Pausenhof der Seestraße mitbenutzen und gefahrlos zur Mensa gelangen“, heißt es in der Analyse des Stadtplanungsamts.

Die Schulen begrüßen den Vorstoß der Verwaltung

Die Arbeitsgemeinschaft Campus Innenstadtschulen begrüßt die versuchsweise Sperrung. Damit werde die Sicherheit aller Schüler, die in dem Gebäude der Gemeinschaftsschule unterrichtet werden, verbessert, erklären die Schulleiter in einer gemeinsamen Stellungnahme und schlagen vor, auch den restlichen Teil der Alleenstraße bis hin zur Stuttgarter Straße von Autos zu befreien. Über diese Idee wurde im Ausschuss indes nicht beraten.

Freuen dürften sich auch die Gastronomen entlang der Alleenstraße: „Ohne die Autos wäre dort genug Platz vorhanden für Außenbewirtschaftung“, sagt Ilk. „Man kann diese Ecke in Ludwigsburg sicher insgesamt etwas gemütlicher gestalten, als sie es heute ist.“

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