Der goldene Mops auf der Loriot-Säule eroberte die Herzen im Sturm Foto: Kessel.TV

Damit der verschwundene Mops am Eugensplatz bald ersetzt werden kann, arbeitet der Bildhauer Uli Gsell bereits an Mopsmodellen. 4000 Euro für den Ersatz aus Bronze haben Spender bereits zugesagt. 2000 Euro fehlen noch.

Stuttgart - Ruhige Feiertage: Die hatte Uli Gsell nicht. Der Bildhauer arbeitet bereits fieberhaft am Modell für einen Mops aus Bronze, der die Loriot-Gedenksäule am Eugensplatz schmücken soll. Wie der Mops aussehen könnte? Vielleicht so, wie auf den Neujahrskarten, die Gsell gezeichnet und an Freunde und Bekannte geschickt hat: charakteristisches Ringelschwänzle, entschlossener Blick, Hundehalsband – und aus ästhetischen Gründen ganz wichtig: die Verbindung zwischen Säule und Mops. Beides, Verbindung und Mops, sollen aus Bronze und insgesamt etwa 40 Zentimeter hoch sein.

Zwar war die Loriot-Säule am Eugens­platz, die Gsell zu Ehren von Vicco von Bülow entworfen hat, ursprünglich mopslos. Doch seit die Stuttgarter Kessel-TV-Blogger aus Jux in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen goldenen Mops auf der Säule platziert haben, der dann spurlos verschwunden ist, geht’s vielen Stuttgartern wie Willfried Münch. „Ohne die Figur fehlt was“, findet der Regionalleiter der GLS-Bank, seit er von seinem Büro am Eugensplatz auf die leere Säule blickt. „Das nenne ich Bürgerbeteiligung“, freut sich Gsell darüber, dass seine Kunst die Gemüter so bewegt – auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Künstler freut sich über Bürgerbeteiligung

Nachdem der Verein Attraktives Winnenden 300 Euro für einen neuen Mops lockermacht, zieht der Winnender Wengerter Konrad Häußer nach. Er will ebenfalls 300 Euro spendieren, damit die Stuttgarter wieder einen Mops bekommen. Was ihn mit dem Stuttgarter Mops verbindet? Seine Mops-Weinedition. Seit sechs Jahren gibt es bei ihm eine Rotwein-Cuvée mit Mopsbildern auf den Etiketten in Erinnerung an den Winnender Mops Fortunatus. Der hat sein Herrchen Herzog Karl Alexander von Württemberg 1717 in einer Schlacht in Belgrad verloren und ist in einem elftägigen Marsch zurück nach Winnenden zu seinem Herrchen. Grund für den Herzog, seinem treuen Hund ein Denkmal zu errichten. Die Häußers sind aber auch selbst Mopshalter. „Unser erster Mops ist leider vor einiger Zeit gestorben. Doch in den nächsten Tagen bekommen wir Nachwuchs“, sagt Martina Häußer und hofft, dass auch Stuttgart wieder einen Mops bekommt.

Das könnte bald der Fall sein. Mittlerweile sind knapp 4000 Euro an Spenden zugesagt. 6000 Euro, schätzt Gsell, kostet die Mopsfigur. Dann hätte Stuttgart nicht nur einen Mops, sondern auch eine Legende, die sich um die Figur rankt: Denn wer den Mops hat verschwinden lassen, darüber gibt es nichts als Spekulationen.

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