So klein fing’s an – inzwischen ist das Ton-Modell von Bildhauer Uli Gsell fertig. Foto: Max Kovalenko

Was macht eigentlich der Mops? Der kleine Hund vom Eugensplatz, der nicht mehr vorhanden ist, nun aber neu entstehen soll? Die Antwort ist: Er nimmt konkrete Formen an.

Was macht eigentlich der Mops? Der kleine Hund vom Eugensplatz, der nicht mehr vorhanden ist, nun aber neu entstehen soll? Die Antwort ist: Er nimmt konkrete Formen an.

Stuttgart - Uli Gsell – man muss es einfach so sagen – wirkt mopsfidel. Bekanntlich hat sich der 46-jährige Bildhauer aus Ostfildern bereiterklärt, die von ihm geschaffene ursprünglich mopslose Loriot-Gedenksäule auf dem Eugensplatz mit einem Mops zu krönen und damit einem Wunsch vieler Stuttgarter nachzukommen. Speziell Anwohner hatten sich die Zeiten zurückgewünscht, als ein mit Goldfarbe besprühter steinerner Mops die Säule schmückte – das spontane Werk von Spaßvögeln des Online-Blogs „Kessel-TV“. Die guten Zeiten bestanden zwar nur aus wenigen Tagen – der Mops verschwand unter ungeklärten Umständen rasch wieder –, doch das Arrangement wirkte so überzeugend, dass sich umgehend Mops-Sympathisanten fanden, für ein Comeback des Loriot’schen Lieblingstieres am Eugensplatz zu werben; dort hatte der Humorist einst als Schüler gewohnt.

Inzwischen ist das von unserer Zeitung begleitete Projekt weit fortgeschritten. Gsell hat fröhliche „Hundstage“ hinter sich. „Ich konnte gar nicht mehr aufhören“, berichtet Gsell. Der neue Mops sei fertig modelliert. Mit dem Ergebnis ist der Künstler hochzufrieden. Nun muss das lebensgroße Tier nur noch in Bronze gegossen werden. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der neue Mops im Mai auf dem Säulenkapitel platziert und verschraubt werden. Bis dahin dürfte die benachbarte Eisdiele Pinguin, die das Projekt tatkräftig unterstützt, das versprochene „Mops-Eis“ ins Eis-Sortiment aufgenommen haben.

Rund 6000 Euro kostet der wetterbeständige Bronze-Mops; er wird ausschließlich über Spenden finanziert. Etwa 4000 Euro sind schon auf dem Mops-Konto des Förderkreises Bildender Künstler eingegangen; weitere 1000 Euro sind zugesagt. Unter den Spenden sind auch Einnahmen aus dem Verkauf des „Mops-Soli“, den der Wiernsheimer Kunst- und Feingießer Peter Stantscheff ersonnen hat. Mehr als 90 dieser Münzen aus hochwertigem Zinn hat der Loriot-Fan inzwischen zum Stückpreis von 15 Euro verkauft; fünf Euro pro Münze fließen auf das Mops-Konto, der Rest sind Herstellungskosten.

Vom Echo auf die Aktion ist Stantscheff „überwältigt“. Auch außerhalb Stuttgarts sind Mops-Freunde darauf aufmerksam geworden – etwa die Hobby-Mops-Züchter „Berliner Möpse“, Veranstalter eines jährlichen internationalen Mops-Treffens in der Bundeshauptstadt. Auf deren Homepage steht prominent: „Die Berliner Möpse rufen zu Spenden für den Mops in Stuttgart auf – oder den Mops-Soli kaufen“. Sprecher Thomas Zupan findet das Stuttgarter Projekt „ganz toll“. Loriot und der Mops gehörten einfach zusammen.

Inzwischen hat sich auch das Stuttgarter Rathaus gemeldet. Kunstgießer Stantscheff hatte Oberbürgermeister Fritz Kuhn eine seiner Münzen geschickt, nachdem dieser in der Mops-Debatte ebenfalls in Erscheinung getreten war. Im Antwortschreiben des Kulturamts heißt es: „Ihre Initiative ,Mops-Soli‘ ist wie die Bereitschaft von Herrn Gsell, den künstlerisch ursprünglich ja nicht vorgesehenen Mops aus Bronze auf die Säule im ionischen Stil zu setzen, Ausdruck einer vom Geist Loriots beschwingten bürgerschaftlichen Initiative.“ Wuff!

Wer noch etwas zum Mops-Comeback beisteuern will, sollte nicht zögern: Stuttgarter Volksbank, BLZ 600 901 00, Kontonummer 232225001, Stichwort: Mops.

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