Viele Besucher säumten immer die Straße beim großen Festumzug. Foto: Archiv Lisa Wazulin

Noch ist das Kinderfest nicht tot. Vielleicht kann es in anderer Form fortgeführt werden, wenn sich mehr Vereine einbringen. So schreibt es unsere Autorin Alexandra Kratz in ihrem Kommentar.

Möhringen - Mehr als 110 Jahre lang ist allein der Liederkranz für das Kinderfest verantwortlich gewesen. Auf der anderen Seite aber hat davon der ganze Stadtbezirk profitiert. Für ihr Engagement gebührt den Sängern viel Dank. Die Entscheidung des Vereins, nun einen Schlussstrich zu ziehen, ist zu akzeptieren. Mehr noch: Der Verein verdient dafür Respekt. Den Sängern ist die Absage und damit die Beerdigung einer mehr als 100 Jahre langen Tradition sicher nicht leicht gefallen. Aber die Gesundheit der Mitglieder geht vor.

In Vaihingen steht das Kinder- und Heimatfest auf dem Prüfstand. Der Gewerbe- und Handelsverein Möhringen hat das Stadtteilfest „Möhringen lädt ein“ abgesagt. Fast scheint es, als wäre die typisch schwäbische Hocketse nicht mehr zeitgemäß. Die Vereine finden nicht mehr ausreichend Ehrenamtliche, um diese zu organisieren. Der Zuspruch bei der Bevölkerung nimmt ab. Die jungen Familien sind zu beschäftigt, um sich einzubringen, und manche sogar zu beschäftigt, um einfach nur mal vorbeizuschauen.

Auf dem richtigen Weg

Das ist schade. Und sicher auch zu kurz gesprungen. Die vielen Vereine in Möhringen und auch Vaihingen, die vielen von ihnen organisierten Aktionen machen die Stadtbezirke erst lebenswert. Das Bezirksamt, der Gewerbe- und Handelsverein, der Bürgerverein und nicht zuletzt der Liederkranz tun also gut daran, wenn sie trotz allem noch einmal nach Möglichkeiten suchen, um das Kinderfest doch noch zu retten. Dieser Versuch eines Neuanfangs, bei dem die Arbeit auf den Schultern mehrerer – noch besser: vieler – Vereine verteilt wird, ist der richtige Weg.

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