Ohne seinen Rucksack geht Maximilian Kraft nie aus dem Haus. Foto: Lg/Rettig

Maximilian Kraft vom Verein Raupe Immersatt sammelt mit seinem dem Rucksack Lebensmittel, die weggeworfen würden und bringt sie unter die Leute.

Stuttgart - Es gibt Maximilian Kraft gar nicht ohne seinen Rucksack. „Der ist wie ein Körperteil von mir“, charakterisiert er die symbiotische Beziehung. Kürzlich verbrachte er vier harte Tage, denn der Rucksack musste repariert werden, weil zwei Reißverschlüsse kaputt gegangen waren. Zwei Änderungsschneiderinnen hatten sich geweigert, ihn wieder in Schuss zu bringen. Erst der dritter Schneider hat den Auftrag angenommen und jetzt lassen sich alle Öffnungen wieder schließen. „Ich hatte während dieser Zeit einen Ersatz, aber der wurde nicht mein Freund“, bekennt der Aktivist aus dem Verein Raupe Immersatt. Dieser sammelt Lebensmittel ein, die sonst im Müll landen, und verteilt sie. Dafür soll auch bald ein Café eröffnet werden.

Dosen voller Suppe und Salat

Somit ist der Rucksack nicht nur eine Tasche für den Laptop sowie Geldbeutel und Hausschlüssel, sondern auch eine richtige Vespertasche: „Manchmal rufen Betriebe bei mir spontan an, dass es Lebensmittel zum Abholen gibt, dann komme ich vorbei und packe sie in den Rucksack.“ Wahrscheinlich gingen die Reißverschlüsse kaputt, weil die Plastikdosen mit gespendeten Salaten und Suppen oft recht sperrig sind, überlegt Kraft. Ursprünglich hat er den Rucksack vor Jahren zu Beginn seines Studiums dem Vater gemopst. Der hatte ihn zum Mountainbiking genutzt, bevor er durch den Sohn ein wichtiges Mitglied der Stuttgarter Foodsharing- Bewegung wurde. Und zwischendurch war das geräumige Stück sogar kurz in Gambia bei einem Entwicklungsprojekt im Einsatz.

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