Das geplante Gewerbegebiet Längenbühl bereitet den Silberbergern Sorgen. Foto: privat

Der Bürgerverein Silberberg diskutiert Probleme mit dem Baubürgermeister Klaus Brenner. Besondere Sorgen bereitet den Stadtteilbewohnern das geplante Gewerbegebiet Längenbühl.

Leonberg - Bärbel Schwarz ist zufrieden. Am Morgen war sie in der Natur rund um den Silberberg unterwegs und hat die ersten Frösche in diesem Jahr entdeckt. Natur gibt es viel in Silberberg. „Dem schönsten aller Leonberger Stadtteile“, wie sie ihn bezeichnet. Idyllisch liegt auch die braune Blockhütte des Bürgervereins Leonberg-Silberberg, in der Schwarz jetzt sitzt. Die Hauptversammlung steht nämlich auf dem Programm.

Da ist dann vor allem der Vereinsvorsitzende Hans Jörg Hoffmann gefragt. Und der ist auch schon emsig dabei, Bonbons auf den Tischen zu verteilen. „Güterlärm macht krank“, ist auf das weiße Gutslepapier gedruckt. Zwar seien das „schon historische Bonbons“, sagt Hoffmann, aber leider ist das Thema Lärm in Silberberg so aktuell wie schon lange nicht mehr.

Das neueste Problem hört auf den Namen Längenbühl, das Gewerbegebiet. „Wir befürchten, dass sich der Durchgangsverkehr hier bei uns erheblich verstärken wird“, sagt Hoffmann. Um diesbezüglich Informationen aus erster Hand zu bekommen, haben die Silberberger den Baubürgermeister Klaus Brenner eingeladen. Der kommt leicht verspätet, ist die bürgervereinseigene Blockhütte nicht nur idyllisch, sondern auch schwer zu finden. Brenners Präsentation trägt zwar den Namen „Silberberg“, ist dann aber ein Parforceritt durch sämtliche Leonberger Baustellen, schließlich kenne er den Silberberg „nur ein bisschen“, sagt Klaus Brenner entschuldigend.

Nach Stichworten wie Sauna und Kino kommt er schließlich zum Längenbühl, ein in seinen Worten „idealer Standort für ein Gewerbegebiet“, direkt an der Autobahn und ohne die Stadt zu belasten. Da horchen die Silberberger auf. „Ja“, betont Brenner, „ein Gewerbegebiet kann auch lärmmindernd wirken, wenn die Häuser richtig stehen.“ Auch wenn am Ende fünf Autofahrer, die in Rutesheim wohnen, durch den Silberberg pendeln würden, wie Brenner dann noch im Nebensatz anfügt.

Fünf Autos? Da sind die Silberberger anderer Meinung und die Diskussion geht los. „Seit 20 Jahren hat niemand mehr durchfahrende Autos kontrolliert“, sagt da einer. Durchgangsverkehr ist im Silberberg nämlich verboten. Eine solche Kennzeichnung müsse noch eindeutiger und polizeiliche Kontrollen noch häufiger werden, fordert daher auch der Vereinsvorsitzende.

Bärbel Schwarz schaut dem gelassen entgegen. „Wenn ich in Rutesheim wohnen würde, würde ich auch durch Silberberg fahren.“ Als frühere Kindergärtnerin ist sie so etwas wie die Mutter aller Silberberger, noch heute liegen ihr die Kleinen am Herzen. „Der Fußmarsch durch den kleinen Tunnel unter den Bahngleisen hindurch ist lebensgefährlich“, mahnt sie ein drängendes Problem an. Vor allem, weil vor und nach dem Tunnel Gehwege fehlen.

Klaus Brenner wiederholt, dass er vor allem gekommen sei, „um Sie und Ihr Probleme kennenzulernen“. Er habe sich die Lage am Vormittag noch mal angeschaut. Deshalb konnte er am Freitagabend auch nur ein Versprechen abgeben: „Den Tunnel können wir definitiv nicht verbreitern“, aber er nehme Anregungen gerne entgegen. Dies gelte auch für ein weiteres Lieblingsthema der Silberberger: die Radwege. Sie wollen nämlich endlich auch einen Fahrradweg nach Leonberg.

Brenner kann zusagen, „dass das Thema in der Stadtverwaltungen ziemlich hoch angesiedelt ist“ und ab jetzt nicht mehr nur für die Schublade geplant werde. Das freut auch den Vereinsvorsitzenden Hoffmann.

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