So sieht der favorisierte Entwurf für Höfingen aus. Foto: Stadt Leonberg

Auf dem Gelände des ehemaligen Kindergartens in Höfingen sollen 21 Wohnungen entstehen. Der von der Stadt favorisierte Investor bietet 1,2 Millionen Euro für das zentrumsnahe Grundstück an. Besonderes Auswahlkriterium: der Erhalt der alten Bäume.

Leonberg - An einer der meistbefahrenen Straßen in Höfingen soll bald gebaut werden – und zwar 21 Wohnungen, verteilt auf drei Gebäude. An der Hirschlander Straße Ecke Ulmenstraße, dort, wo noch bis zum vergangenen Jahr der Kindergarten Regenbogen beheimatet war und wo jetzt die Hortkinder der Grundschule vorrübergehend betreut werden.

Die Stadt Leonberg hatte das Grundstück für eine Wohnbebauung ausgeschrieben. Daraufhin waren zehn Abgebote eingegangen. Diese wurden geprüft und nach einem Punktesystem bewertet. Die drei am besten bewerteten Entwürfe sind nun am Mittwochabend im Höfinger Ortschaftsrat vorgestellt worden. „Wir sind sehr froh über die hohe Qualität der Angebote. Die beiden Erstplatzierten waren sehr dicht zusammen“, berichtete Daniel Molzberger vom Stadtplanungsamt.

Dieses hat eine Rangliste für die drei besten Angebote festgelegt. Den Zuschlag soll der Entwurf auf Rang eins erhalten, dem stimmte der Ortschaftsrat mehrheitlich zu (fünf Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, eine Enthaltung). In der kommenden Woche befasst sich der Planungsausschuss im Gemeinderat noch einmal damit, bevor es voraussichtlich am 18. Mai im Gemeinderat beschlossen wird. Bis dahin bleiben die Anbieter anonym. Allerdings kündigte Baubürgermeister Klaus Brenner in Höfingen an, danach alle zehn Entwürfe in einer Ausstellung zu präsentieren.

Bei der Auswahl hatte die Stadt vor allem Wert auf das städtebauliche Konzept, die architektonische Qualität und den Kaufpreis gelegt, bewertet wurden aber auch das Energiekonzept und wie sich mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt wurde. „Die beiden Ersten haben sich am meisten mit der Umgebung befasst“, erklärte Daniel Molzberger vom Stadtplanungsamt. Beim Siegerentwurf seien Null-Emissions-Häuser vorgesehen, zudem habe das Hofkonzept überzeugt. „Der Entwurf vermittelt zwischen der Umgebung mit Grundschule, Kindergarten und dem Kinderhaus Kunterbunt sowie dem dörflichen Umfeld“, befand der Stadtplaner.

Das sahen nicht alle Ortschaftsräte so. Ursula Schmidt (FDP) befürchtete etwa, die dreistöckigen Gebäude, die noch dazu erhöht über der Straße errichtet würden, könnten zu massiv wirken. „Man muss da auch einen Bezug herstellen zur Hirschlander Straße 42, wo ja ein weiteres Projekt entstehen soll“, sagte sie. Lob kam dagegen von fast allen Gruppen für den Erhalt der Bäume. Dieser war auf Initiative des Ortschaftsrates als wichtiges Kriterium in die Ausschreibung aufgenommen worden. „Ich muss mich da sehr bei meinen Kollegen bedanken, dass sie sich so für die Bäume eingesetzt haben“, sagte Klaus Wankmüller (Gabl). Woraufhin Wolfgang Fürst von der SPD prompt reagierte: „Hier hat doch keiner was gegen Bäume.“ Auf dem Kindergartengelände stehen einige größere und erhaltenswerte Bäume, darunter eine Buche, die als Naturdenkmal gilt. Diese sollten durch den Bau möglichst nicht beeinträchtigt werden.

Beeinträchtigungen erwartet der Sozialdemokrat Fürst hingegen während der Bauarbeiten. „Wir brauchen eine Baustellenkonzeption. Das ist eine wichtige Stelle dort in der Hirschlander Straße.“ Denn vor dem Grundstück befinden sich eine Bushaltestelle und ein Straßenübergang für die nahen Betreuungseinrichtungen. Außerdem werde es wegen der geplanten Tiefgarage unter allen Gebäuden jede Menge Erdaushub geben. „Die Tiefgarage wird ein riesiges Elefantenklo“, sorgte Fürst für Gelächter.

Ein weiteres Thema war der Kaufpreis. Bei dem Entwurf auf dem ersten Rang bieten die Investoren rund 1,2 Millionen Euro für das städtische Grundstück. „Die Gemeinderäte werden sich über den Kaufpreis freuen“, meinte FDP-Rätin Schmidt. Annette Renschler von der CDU fand die Summe „überzeugend“. Das müssten dann aber sehr hochwertige Wohnungen sein, wobei sich die Ortschaftsrätin um die Bezahlbarkeit sorgte. „Bei dem Angebot ist klar, dass es sich nicht um sozialen Wohnungsbau handelt“, entgegnete Baubürgermeister Brenner. Es werde jedoch eine Mischung aus kleineren und größeren Wohnungen geben.

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