Clemens Binninger und Sabine Kurtz Foto: factum/Bach

Wenn der Chef von Perma-Trade, Michael Sautter, über seine Nachbarn spricht, ist er voll des Lobes. Da fallen Worte wie „sehr engagiert“. Dieser gute Nachbar des Höfinger Mittelständlers im Gewerbegebiet Pfad ist die Werkstatt für Menschen mit Handicap.

Leonberg - Wenn der Chef von Perma-Trade, Michael Sautter, über seine Nachbarn spricht, ist er voll des Lobes. Da fallen Worte wie „sehr engagiert“ oder „äußerst zuverlässig“. Dieser gute Nachbar des Höfinger Mittelständlers im Gewerbegebiet Pfad ist die örtliche Werkstatt für Menschen mit Handicap. Also lässt Sautter nicht von ungefähr seit zehn Jahren mehr als 90 Prozent seiner Produkte in dieser Werkstatt herstellen.

„Zu einem auch sozial so engagierten Mittelständler kann man Leonberg nur gratulieren“, sagte der Böblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger, der gemeinsam mit der Leonberger CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz sich anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Perma-Trade auch ein Bild von der guten Kooperation mit der Werkstatt für Menschen mit Behinderung gemacht hat. „Es ist äußerst wichtig, dass behinderten Menschen das Gefühl vermittelt wird, dass sie dazu gehören“, befand Binninger. „Auch in einer hochtechnisierten Produktion ist ihr Beitrag wichtig“, so Binninger. „Dass sie das können, dafür spricht die Qualität der gelieferten Produkte“, zeigte sich Sautter zufrieden.

Seit 20 Jahren in der Wassertechnik aktiv

Im Jahr 1982 hatte der Geschäftsführer Michael Sautter gemeinsam mit seinem 2011 verstorbenen Vater Hans Sautter die heutige Perma-Trade Wassertechnik gegründet. 1992 siedelte sich die Firma in Höfingen an. „Uns ist es gelungen, umweltfreundliche Wasserbehandlungssysteme am Markt zu etablieren und uns vom kritisch beäugten Kleinunternehmen zu einem Marktführer für chemiefreie Wasserbehandlungssysteme zu entwickeln“, bilanziert Sautter. Die Firma beschäftigt mehr als 70 Mitarbeiter, die etwa zur Hälfte in der Entwicklung und im Vertrieb tätig sind, und betreut etwa 4600 Kunden – Handwerksbetriebe, Planungsbüros und Hausverwaltungen .

Drei Produktsäulen machen Perma-Trade aus: die Filtertechnik, die Trinkwasser- sowie die Heizungswasseraufbereitung. Besonders die Heizungswasseraufbereitung hat die Firma in den vergangenen Jahren ausgebaut. Dabei kam ihr auch zugute, dass sie 2006 ein Patent entwickelt hat, das in einen eigenen Produkt integriert ist und den Heizungsbauern ermöglicht, eine EU-Richtlinie zur Funktionssicherheit von Heizungsanlagen einzuhalten. Insgesamt 26 Patente hält Perma-Trade. „Durch die Europäisierung des Marktes ist das nicht immer einfach und häufig mühsam“, weiß Sautter aus Erfahrung. Ein Patent zu schützen, koste pro Land etwa 2500 Euro. „Um optimal aufgestellt zu sein, bedeutet dies an die 50 000 Euro jährlich. Und da auch Lichtenstein als Land zählt, heißt es häufig abzuwägen zwischen Kosten und Nutzen.“

Behinderte bauen Heizungskomponenten

Rund 25 000 Komponenten für die Aufbereitung von Heizungswasser werden inzwischen jährlich in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung hergestellt. „Die Zahl der Beschäftigen an diesem Produkt hat sich in den letzten Jahren verdoppelt und wird weiter ansteigen“, weiß Sautter. „Diese Kooperation ist für unsere Werkstatt nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht wichtig“, sagt der Gruppenleiter Michael Ochott, dessen Mitarbeiter Perma-Trade-Produkte herstellen. „Sie gibt uns auch die Möglichkeit, vorhandene Fähigkeiten auszuloten und zu fördern.“

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