Peter Hinz (links) zieht überraschend in den Bundestag ein. Foto:  

Peter Hinz (CDU) vertritt als dritter Abgeordneter neben Clemens Binninger (CDU) und Richard Pitterle (Linke) den Wahlkreis Böblingen in Berlin. Mit dem Erfolg des 55-Jährigen hat niemand gerechnet. Möglich gemacht hat ihn das neue Wahlrecht.

Leonberg - Peter wer? Ein Leonberger in den Bundestag gewählt? Das Grübeln in Leonberg war am Montag groß. Dabei ist der promovierte Rechtswissenschaftler Peter Hinz zumindest für die Leonberger Konservativen kein Unbekannter. Der 55-Jährige ist Beisitzer im CDU-Stadtverband und Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Union in Leonberg. Im Hauptberuf ist Hinz, der 1978 sein Abitur am Johannes-Kepler-Gymnasium machte, stellvertretender Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Hinz selbst ist am Montag für ein Interview nicht erreichbar gewesen. „Dass Peter Hinz in den Bundestag einzieht, ist die Überraschung schlechthin“, sagt der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes, Wolfgang Heubach erfreut.

Möglich gemacht hat es die neue Regelung zu den Ausgleichsmandaten im Wahlrecht. „Jede Partei soll für gleich viele Wählerstimmen ein Mandat bekommen“, erklärt Heubach. Bei dieser Wahl war die Beteiligung in Bayern niedriger gewesen als in anderen Bundesländern, deshalb erhielten die übrigen Länder weitere Mandate. Für die baden-württembergische CDU bedeutet dies fünf zusätzliche Mandate – aber nur für Kandidaten auf der Landesliste, die keinen eigenen Wahlkreis hatten. Peter Hinz reichte damit Platz 16 auf der Landesliste, um ins bundesdeutsche Parlament zu kommen. „Bisher waren die Landeslistenplätze immer Ehrenplätze, die wir an Vereinigungen wie etwa die MIT vergeben haben“, erläutert der CDU-Kreischef Heubach. Es sei das erste Mal, dass ein CDU-Vertreter aus dem Kreis über die Landesliste ins Parlament einziehen könne. „Gerechnet hat damit keiner“, sagt Heubach.

Peter Hinz machte zunächst eine Ausbildung im gehobenen Verwaltungsdienst bei der AOK Stuttgart, bevor er in Tübingen Rechtswissenschaften studierte. Den Krankenkassen blieb er aber treu. So übernahm er ab 1992 Aufgaben der Hauptgeschäftsführung der Kassenärztlichen Vereinigung Südwürttemberg. 2003 promovierte er an der Uni Leipzig zum Thema „Das Behandlungsverhältnis zwischen Vertragsarzt und Patient in der gesetzlichen Krankenversicherung“. Politisch engagiert er sich besonders bei den Themen Patientenversorgung und Mittelstand.

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