Symbolbild. Foto: epd

Der 44-Jährige muss wegen Verbreitung pornografischer Schriften eine Geldstrafe von 400 Euro bezahlen.

Leonberg/Renningen - Weil er über den Nachrichtendienst WhatsApp ein Bild mit einem nackten männlichen Geschlechtsteil an eine Frau verschickt hat, muss ein Mann aus Renningen eine Geldstrafe in Höhe von 400 Euro bezahlen. Das entschied jetzt das Leonberger Amtsgericht, das den 44-Jährigen wegen der Verbreitung pornografischer Schriften, wie es im Amtsdeutsch heißt, verurteilte.

Der gelernte Fahrzeuglackierer sprach mit Blick auf den Versand der anzüglichen Nachricht im vergangenen Oktober von einem blöden Missverständnis. Denn das Bild sei nicht für die 25 Jahre alte Frau, sondern für deren Stiefvater bestimmt gewesen, erklärte er auf der Anklagebank. Ihm zufolge ging der Nachricht nämlich eine Auseinandersetzung mit dem Mann voraus. Demnach habe dieser ihn wegen einer alten Fehde übers Handy angeschrieben und dabei wüst beschimpft und bedroht. „Dann war ich zornig und schickte ihm einfach das Bild“, sagte der 44-Jährige.

Das Handy hat inzwischen die Stieftochter

Dabei sei er fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Mobilfunknummer, über die er die beleidigenden Worte erhalten habe, folglich auch dem Versender gehört habe. Doch stattdessen bekam dessen Stieftochter, die er eigener Aussage nach nicht einmal kannte, das Penis-Foto. „Klar, das war nicht in Ordnung, aber es war auch nicht in Ordnung, dass er mich bedrohte“, sagte der Renninger, der seine Aussage auch nutzte, um sich bei der jungen Frau zu entschuldigen.

Wer der Empfänger am Ende war, spielte aber in der Verhandlung freilich keine Rolle. „Das ändert nichts am Tatbestand“, betonte die Vorsitzende Amtsrichterin Sandra De Falco und fügte hinzu: „Sie hätten besser daran getan, den Mann wegen Beleidigung anzuzeigen.“ Mit den 40 Tagessätzen zu je zehn Euro kam sie auch der Forderung der Staatsanwältin nach. Zuvor hatte sich der Verteidiger des arbeitslosen Renningers, der schon früher wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Drogenbesitzes verurteilt worden war, ebenfalls ihren Ausführungen angeschlossen.

Mit seinem vollumfänglichen Geständnis ersparte er der jungen Frau auch die Aussage, die sicherlich Erinnerungen der unangenehmsten Art bei ihr hervorgerufen hätte.

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