Der Gebersheimer Schulaltbau wurde 1970 errichtet Foto: factum/Bach

Der Altbau der Grundschule in Gebersheim soll saniert werden. Die Ferien im Sommer und Herbst reichen dafür aber nicht aus. Mindesten zwei Monate Schulzeit sind von den Bauarbeiten beeinträchtigt.

Leonberg - Das Dach ist in schlechtem Zustand, die Türen halten den Lärm der vielen Kinder nicht ab, die Heizkörper haben scharfe Kanten – vieles im Altbau der Grundschule Gebersheim ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Deshalb soll das Gebäude aus dem Jahr 1970 jetzt saniert werden. „Wir sind sehr froh, dass unsere Grundschule auf der Prioritätenliste so weit oben steht“, sagt Ortschaftsrat Martin Epple (Freie Wähler), nachdem die Pläne im Gremium vorgestellt worden sind. Immerhin sind einige Sanierungsmaßnahmen an Schulen von der Verwaltung verschoben worden. Angesichts der vielen anderen Bauprojekte haben die finanziellen und zeitlichen Ressourcen nicht gereicht. Am Mittwochabend befasst sich auch der Sozialausschuss mit dem Thema, am Dienstag der Gemeinderat.

Die Arbeiten in Gebersheim, für die 1,25 Millionen Euro fällig sind, werden in zwei Abschnitte aufgeteilt. In der ersten Phase, die vom Beginn der diesjährigen Sommerferien bis zum Ende der Herbstferien dauern soll, wird vor allem im Gebäude gearbeitet. Türen werden ausgetauscht, eine schallabsorbierende Decke eingebaut, dazu eine Brandmeldeanlage. Auch moderne EDV-Anschlüsse werden verlegt sowie ein zweiter Rettungsweg samt Fluchtreppe im Außenbereich errichtet. Die zweite Phase soll dann 2017 umgesetzt werden, vom Beginn der Pfingstferien an bis zum Ende der Sommerferien. Dann kommen die Türen nach außen dran, ein Teil der Fenster wird ausgetauscht sowie eine Dämmung an der Außenfassade angebracht.

Vor allem der erste Bauabschnitt in diesem Jahr wird erhebliche Einschränkungen im Schulalltag mit sich bringen, sind doch zwischen den Ferien zwei Monate Schulzeit zu überbrücken. Dass die Schulleitung vorübergehend im Kunstsaal untergebracht werden soll, ist dabei nur das kleinere Übel. „Wir wollen auf Containerlösungen verzichten“, erklärt Architekt Stephan Maisch vom Büro Nixdorf. Dieses hat den Zustand der Schule untersucht und die Pläne für die Sanierung erarbeitet.

Wie genügend Räume für den Unterricht und die verlässliche Grundschule organisiert werden können, darüber diskutierte der Ortschaftsrat ausführlich. „Wir versuchen, die Maßnahmen so zu strukturieren, dass viele Räume nach den Ferien schon wieder nutzbar sind“, sagt der Architekt. Man müsse gut organisieren, dann sei auch diese Zeit zu schaffen. Sehr schnell kam das Gespräch dabei auf die Gäublickhalle, in der sich auch Räume für die Jugendarbeit befinden – mit eigenem Eingang und Toiletten. „Wir müssen noch klären, wann genau die Räume des Jugendcafés belegt sind“, erklärt Dominik Heni, der Chef des Gebäudemanagements der Stadt. Auch der hintere Teil der Halle und die Bühne eigneten sich für bestimmte Fächer. Allerdings wird die Gäublickhalle derzeit verstärkt für den Sportunterricht des Beruflichen Schulzentrums genutzt, da dessen eigene Hallen momentan als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden.

Gedanken machen sich die Ortschaftsräte auch über den engen Zeitplan. Denn die Bauarbeiten müssen ja auch noch ausgeschrieben und vergeben werden. „Die warten im Moment ja nicht gerade auf Aufträge“, merkt Epple an. Auch Jürgen Sienel (SPD) findet es „ein ehrgeiziges Projekt“, noch in den Sommerferien mit den Arbeiten zu beginnen. Deshalb stimmten alle Ortschaftsräte dem Vorschlag der Stadt zu, die Architektur- und Ingenieurleistungen an Nixdorf sowie das Büro EP Tausk zu vergeben. Stimmt der Gemeinderat zu, könnte noch diesen Monat ausgeschrieben werden.

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