Wie heißt die alte Binsenweisheit? Ohne Medizin dauert eine Erkältung sieben Tage, mit eine Woche . . . Bleiben Sie gesund! Foto:  

Fieber, trockener Husten, eine verschnupfte Nase und Gliederschmerzen: Eine fiese Erkältung kann einem ganz schön zusetzen. Doch die Ärzte geben leichte Entwarnung. Die Krankheitsfälle an Schulen und in Betrieben werden weniger.

Leonberg - Beinahe überall begegnet uns in den vergangenen Tagen das Thema Grippe. Eine wahre Grippewelle soll Deutschland, vor allem auch den Süden der Bundesrepublik, fest im Griff haben. Horrormeldungen von überfüllten Krankenhäusern, in denen Patienten auf den Fluren übernachten und das Personal ebenfalls krank wird, beherrschen die Medien. Doch wie sieht es hier in Leonberg aus?

„Der Februar ist immer ein starker Krankenhausmonat“, erklärt Ingo Matheus, ein Sprecher des Klinikverbundes Südwest. Im Moment seien alle Standorte, auch das Krankenhaus in Leonberg, überdurchschnittlich hoch belegt. „Leonberg ist zu 90 Prozent ausgelastet“, sagt Matheus. Auch das Personal falle in letzter Zeit oft aus – Tendenz steigend.

Gut ausgleichbar

Dennoch sei das Krankenhaus in Leonberg vorbereitet. „Durch die Zusammenarbeit der Krankenhäuser in Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen sind wir in der Lage, Mitarbeitermangel auszugleichen. Wir können es, vor allem in Leonberg, gut kompensieren.“ Hauptgrund für die vollen Krankenhäuser sei aber nicht nur die Grippe. Das schlechte Wetter sei beispielsweise Schuld an vielen Unfällen. Die Influenza ist oft nur eine Begleiterkrankung, weiß der Klinik-Sprecher.

Das Gesundheitsamt im Landratsamt kann einen Anstieg an Grippe-Erkrankungen ebenfalls bestätigen. 2013 seien rund 300 Fälle kreisweit im ganzen Jahr bekannt gewesen, 2014 dann nur 44. Auffällig ist, dass es im Jahr 2015 bis jetzt bereits 180 Erkrankungen gibt. Deutschlandweit sind es etwa 18 000 Fälle.

Schülerzahlen sind stabil

An den Schulen in der Umgebung sieht es hingegen schon wieder besser aus. Es sind nicht mehr Schüler krank als sonst. Vor den Ferien war die Krankheitsrate bei den Schülern schon auffälliger, so der allgemeine Tenor an den Schulen.

Auch die Firma GEZE, einer der größten Arbeitgeber in Leonberg, ist froh, keine erhöhten Krankheitszahlen zu haben.

Der Mediziner Gerhard Günther erklärt, warum gerade zu Beginn des Jahres so viele Leute krank sind: „Es ist immer so, dass nach den Weihnachts- und Neujahrstagen und dem Pferdemarkt in Leonberg mehr Leute krank sind als sonst.“

In seiner Praxis sind in der letzten Zeit viele Patienten mit Grippesymptomen gewesen – dieses Jahr mehr als sonst. Aber schwere Fälle gab es bei ihm nicht. „Häufig sind es einfache Erkältungen. Das klingt meistens innerhalb einer Woche ab. Bis jetzt waren alle Fälle gut behandelbar.“An einen möglichen Grippewellenhöhepunkt in ein paar Wochen glaubt der Arzt aber nicht. „Ich denke, der Zenit ist überschritten. Bei mir in der Praxis nimmt der Andrang eher wieder ab.“

Wie schützt man sich am besten gegen eine Erkrankung? „Hygiene ist extrem wichtig, wenn man sich vor einer Influenza schützen möchte. Außerdem sollte man sich impfen lassen“, empfiehlt Gerhard Günther. Außerdem sollten erkrankte Leute besser nicht zur Arbeit gehen. Man gefährde dabei nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die der Kollegen.

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