Die Wahlhelfer in Leonberg waren lange im Einsatz, es gab Probleme- Foto: factum/Bach

Die CDU liegt mit Kandidat Clemens Binninger in allen 40 Wahlbezirken weit vorn. SPD-Bewerber Rücker kann in Eltingen und in der Stadtmitte punkten. Warmbronn ist für Rote und Grüne nicht das schlechteste Pflaster. Eine Analyse.

Leonberg - Leonberg bleibt eine strukturell konservative Stadt. Dieser Schluss lässt sich angesichts des Bundestagsendergebnisses ziehen. Die CDU legt deutlich zu, die SPD kann sich nur leicht verbessern. Die Grünen erleiden leichte Verluste, haben in der Stadt aber nach wie vor starke Potenziale. Die FDP, die vor vier Jahren mit 23 Prozent der Zweitstimmen noch ein Traumergebnis erzielte, ist auch hier abgestürzt. Trotzdem liegt sie bei vergleichsweise erträglichen 8,7 Prozent. Die Linken verlieren nur leicht. Und die neue AfD überspringt in Leonberg die Fünf-Prozent-Hürde. Die Piraten spielen mit 2,1 Prozent de facto keine Rolle.

Bei seinem Durchmarsch in Richtung Bundestag hat Clemens Binninger in Gebersheim und im Ramtel die meisten Unterstützer. 316 Stimmen kassiert der Christdemokrat im Stimmbezirk Ortsverwaltung Gebersheim, 277 in der August-Lämmle-Schule. Das sind für ihn die Topresultate von allen 40 Leonberger Wahlbezirken.

Mit 257 die meisten Zweitstimmen für die CDU gibt es stadtweit in der Sophie-Scholl-Schule im Ezach. Am wenigsten holt die Partei im Stimmbezirk Neues Rathaus (133). Binninger schneidet am schlechtesten in der Neuen Stadtmitte ab, wo er lediglich 131 Stimmen bekommt .

Dort sieht es wiederum für Joachim Rücker besser aus. Mit 113 Voten erzielt der SPD-Bewerber dort sein zweitbestes Ergebnis, was allerdings noch 20 Stimmen unter dem Resultat von Kontrahent Binninger dort liegt. Mit 160 Stimmen das beste Ergebnis erreicht Rücker im Eltinger Rathaus. Im Wahlbezirk Rathaus Warmbronn bekommt die SPD mit 135 das beste Zweitstimmenresultat, am dürftigsten steht die Partei mit 66 Zweitstimmen in der August-Lämmle-Schule da. Dort erzielt auch Rücker mit 81 Voten sein schlechtestes Ergebnis.

Ein gutes Pflaster ist das Warmbronner Rathaus auch für die Grünen und Sven Reisch. Die Partei erhält 86, der Kandidat 78 Stimmen. Umgekehrt läuft in der Neuen Stadtmitte äußerst wenig für die Grünen (25) und deren Bewerber (24).

In Leonberg sind Florian Toncar und die FDP nicht ganz so heftig abgestürzt. Die Einzelergebnisse sind dennoch nicht berauschend. Ganze zwei Stimmen holt Toncar in der August-Lämmle-Schule. Da klingt es schon bitter, dass er mit 25 Stimmen im Bezirk Kreissparkasse/Stuttgarter Straße am besten dasteht. Mit 63 gibt es dort auch die meisten Zweitstimmen für die Liberalen. Die wenigsten (16) bekommen sie in der Ostertag-Realschule. Im Wahlbezirk Berufsschulzentrum verzeichnen die Linken ihre besten Resultate. 42 Stimmen bekommt dort der Kandidat Richard Pitterle, 47 Stimmen die Partei. Keine Schnitte macht Pitterle im Wahlbezirk Spitalschule (10), die Partei hat im Bezirk Finanzamt/Stuttgarter Straße ihr schlechtestes Ergebnis (15 Voten).

Die neue „Alternative für Deutschland“ (AfD) erreicht in der August-Lämmle-Schule 42 Stimmen als bestes Einzelergebnis, in der Mörike-Schule mit 11 Voten das schlechteste. Wie berichtet, hat die AfD in Leonberg aus dem Stand 5,02 Prozent geholt und liegt damit knapp über dem Bundesdurchschnitt.

Das Leonberger Stadtergebnis in Prozentpunkten:

Erststimmen: CDU 51,8 % (+ 9,2), SPD 24,6 % (+ 3), FDP 3,6 % (-10), Grüne 10,8 % (-3,4%), Linke 4,2 % (-0,9).

Zweitstimmen: CDU 43,1 % (+12,4), SPD 21,2 % (+1,4), FDP 8,7 % (-14,4), Grüne 11,8 % (-3,3), Linke 4,5 % (-1,4), AfD 5,2 % (erstmals angetreten).

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