Cem Foto: factum

Zum ersten Mal seit dem Erfolg bei Popstars besucht Cem Özdemir seine ehemalige Schule.

Leonberg - Kaum jemand an der Schellingschule ist am Freitag nicht aufgeregt gewesen. „Man hat schließlich nicht jeden Tag die Gelegenheit, eine Berühmtheit zu sehen“, sagt die Viertklässlerin Vera strahlend. Cem Özdemir, Finalist der zehnten Popstars-Staffel und Mitglied der Musikgruppe „Melouria“, hat seinen Besuch angekündigt. „Er ist unser ehemaliger Schüler“, erklärt Lehrer Mirko Jurkovic , Hauptorganisator des Starbesuchs. „Bei mir hatte er zum Beispiel Sport- und Technikunterricht. Ein sehr sympathischer junger Mann“, betont er. Die Schüler hätten immer wieder gedrängt, ihn einzuladen. „Leider ist Cem momentan sehr beschäftigt, aber jetzt hat es ja endlich geklappt.“

In der Cafeteria der Schule sind zusätzliche Stühle aufgestellt, ein kleiner Bühnenbereich ist eingerichtet. Nach und nach füllt sich der Raum mit Schülern verschiedener Altersklassen. „Alle, die wollen, dürfen dabei sein“, erklärt Mirko Jurkovic – und Willige gibt es viele.

„Es ist cool, dass wir ihn endlich sehen können“, sagt der Sechstklässler Salih begeistert. „Er war ja früher bei uns an der Schule. Unglaublich, oder? Ich bin sogar schon ein bisschen aufgeregt.“

Als alle möglichen Sitz- und Stehplätze besetzt sind und Cem Özdemir die Cafeteria betritt, drehen sich alle Köpfe zum schuleigenen Popstar. Ein lauter Jubel bricht aus, und es dauert einige Zeit, bis der gebürtige Leonberger das Wort endlich ergreifen kann.

„Es ist ein gutes Gefühl, heute hier zu sein“, sagt Cem Özdemir. „Ich war fünf Jahre lang an der Schellingschule und es waren die schönsten Jahre meines Lebens – nach Popstars, natürlich.“

Als der Star seine Gitarre auspackt und zu singen beginnt, wird es still im Raum. Nahezu andächtig lauschen die Schüler den Klängen von Alex Clare und David Guetta.

Kaum ist der musikalische Vortrag ausgeklungen, stellen die Schüler schon die ersten Fragen. Ein Mädchen will natürlich wissen, ob er denn eine Freundin hat. Als er dies bestätigt, geht ein enttäuschtes Seufzen durch den Raum. „Wie fühlt man sich als Popstar?“, will ein anderes Mädchen aus der ersten Reihe wissen. „Schreibst du auch selber Lieder?“, fragt ein anderes. „Du warst doch auch bei DSDS – hast du schon einmal Dieter Bohlen angefasst?“, tönt es aus dem Publikum und der Raum füllt sich mir Lachen. „Ja, das habe ich“, antwortet Cem Özdemir unbeirrt.

Auf die Frage, warum er mit dem Singen angefangen habe, hat der Popstar eine längere Antwort parat: „Als ich 15 war habe ich meinen musikalischen Cousin genauso gefragt, warum er singt.“ Der habe geantwortet: „Ich sag e dir eins, Cem: Wenn du Gitarre spielst und singst, verliebt sich jede Frau in dich!“ Cem verlor keine Zeit, kaufte sich sofort eine Gitarre und legte los. „Und heute bin ich es, der meinem Cousin Tipps gibt“, sagt der Leonberger Musiker stolz.

Das Leben als Popstar gefällt Cem Özdemir gut, auch wenn seine Familie und Leonberg ihm doch ein bisschen fehlen. Vom Fernsehsender Pro Sieben fühlt „Melouria“ sich allerdings im Stich gelassen. „Andererseits haben wir auch nichts anderes erwartet“, räumt der Musiker ein. „Dann müssen wir uns jetzt eben umso mehr bemühen, uns gut zu vermarkten.“

Vielleicht hat ja Cem Özdemirs gestriger Besuch an der Schellingschule dazu beigetragen. Bei der Autogrammstunde zum Schluss jedenfalls gab es wieder viel Gedränge und viele glückliche Gesichter. Für die Schellingschule ist und bleibt der Musiker eben ihr ganz persönlicher Popstar.

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