Der Schließsysteme-Hersteller Geze beschäftigt insgesamt 44 Azubis. Foto: Geze

Das neue Ausbildungsjahr ist gerade gestartet. Doch bei vielen Unternehmen enden die Bewerbungsfristen für den kommenden Jahrgang bereits im Herbst.

Leonberg - Viele Auszubildende hatten am Montag ihren ersten Arbeitstag. Bei der Firma Geze stand für die Neuzugänge zunächst auch ein Einführungstag auf dem Programm. Zehn haben am Montag eine Ausbildung zum Mechatroniker, Industriemechaniker sowie zum Maschinen- und Anlagenführer begonnen, drei eine zum zum Fachinformatiker und zu Industriekaufleuten. Damit beschäftigt der Schließsystemhersteller insgesamt 44 Azubis. Den Neulingen im kaufmännischen Bereich steht dabei ein „Pate“ aus dem zweiten Lehrjahr zur Seite. „Schon Anfang Juli wurden alle mit ihren Eltern zu einem Begrüßungsnachmittag eingeladen. Hier konnten erste Kontakte zu den Ausbildern und den Mitauszubildenden geknüpft werden“, berichtet Geze-Sprecherin Julia Graf.

Weniger geeignete Bewerber

Erich Lexa begrüßte am Montag elf neue Lehrlinge beim Industriepumpen-Hersteller Lewa, darunter sieben Industriemechaniker, zwei Mechatroniker und zwei Industriekauffrauen. Mit der Zahl der Azubis ist er sehr zufrieden. „Es wäre schön, wenn wir dieses Niveau auch im nächsten Jahr halten könnten“, meint der Ausbildungsleiter. Es sei jedoch immer schwieriger, geeignete Bewerber zu finden. Hauptproblem sei der Schulabschluss. Für den Bereich Mechatronik sei ein guter Realschulabschluss oder Abitur nötig, für die anderen Berufe sei auch ein sehr guter Hauptschulabschluss ausreichend. Wer sich für eine Ausbildung in diesen Bereichen interessiert, kann sich bis November bewerben.

Beim Elektrogroßhändler Granzow in Leonberg haben vier Azubis begonnen: eine Fachkraft für Lagerlogistik und drei Kaufleute im Groß- und Außenhandel. Für das Lager reicht ein Abschluss von der Hauptschule, für den kaufmännischen Bereich sollte es mindestens die mittlere Reife sein. „Wer sich für das kommende Ausbildungsjahr bewerben möchte, sollte dies bis Ende Oktober tun“, rät Melanie Meißner, die Personalchefin.

Duale Ausbildung immer gefragter

Schon früher gestartet sind die Azubis der Kreissparkasse Böblingen. Dort gibt es insgesamt 43 Neulinge. „Abiturienten lernen bei uns zwei Jahre den Beruf des Finanzassistenten“, erklärt der Ausbildungsleiter, Helmut Walker. Realschüler werden in 2,5 Jahren zu Bankkaufleuten ausgebildet. Dabei werden sie in mehreren der 57 Filialen eingesetzt. Ebenfalls nicht ortsgebunden lernen die Bankkaufleute bei der BW-Bank. Allerdings gibt es auf bestimmte Gebiete begrenzte Lehrstellen, etwa Böblingen/Leonberg/Sindelfingen. „Solange die Stellen auf unserer Internetseite ausgeschrieben sind, kann man sich bewerben“, sagt der BW-Bank-Sprecher Bernd Wagner.

Ein wachsendes Thema sind duale Ausbildungen, die immer mehr Betriebe auch in Leonberg anbieten. Das reicht von Bachelor-Studiengängen für Banken, Wirtschaftsinformatik oder Finanzdienstleistungen über Handel bis hin zu Maschinenbau und Mechatronik. Der praktische Ausbildungsteil findet jeweils im Betrieb statt, die Theorie wird an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg unterrichtet. Deren Hauptsitz ist in Stuttgart, es gibt aber auch acht weitere Standorte.

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