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Die SPD-Fraktion initiiert einen Antrag, der die August-Lämmle-Schule als Ganztagsschule vom Schuljahr 2013/2014 an ausweisen soll. Die Zukunft der Schellingschule ist dann offener denn je.

Leonberg - Die Schüler haben von heute an Sommerferien, viele Leonberger Lehrer und Eltern dürften in den nächsten Wochen allerdings an einem großen Thema zu kauen haben. Auf Initiative der SPD-Fraktion haben gut 25 Gemeinderäte des 34 Sitze umfassenden Gremiums die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule im Ramtel beantragt.

Damit erhielte die heutige Werkrealschule ein attraktives neues Konzept, welches viele Schüler anlocken könnte. Der Verlierer könnte dabei die Schellingschule sein. Denn die Leonberger Schulexperten sagen einer klassischen Hauptschule das Ende voraus, schlichtweg, weil die grün-rote Landesregierung die verbindliche Grundschulempfehlung abgeschafft hat. Die Eltern stimmen mit den Füßen ab. Das haben sie bereits in Höfingen getan: Weil die Schule den Schritt von der Hauptschule zur Werkrealschule nicht gehen konnte, ist hier mittlerweile nach der vierten Klasse Schluss. Und selbst den beiden verbliebenen einstigen Leonberger Hauptschulen, die mittlerweile als Werkrealschulen firmieren, droht nun das Aus – falls keine besonderen Angebote gemacht werden – darin sind sich alle Beteiligten einig.

Für einige Unruhe im Leonberger Rathaus wie auch offensichtlich bei Lehrern und Eltern hat nun der Vorstoß der Gemeinderäte gesorgt, die mit ihrem Antrag einen definitive Entscheidung pro August-Lämmle- und gegen die Schellingschule vorwegnehmen. Der Antrag lautet, dass die Verwaltung „alle notwendigen Schritte einleiten soll“, damit die Antragsfrist für eine Gemeinschaftsschule Anfang Oktober eingehalten werden könne. Der OB Schuler kündigte nun bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause an, das Thema gleich bei der ersten Sitzung nach den Ferien im September zu beraten. Die Antragstellerin Christa Weiß kam nicht dazu, öffentlich zu erklären, weshalb sie der Schule im Ramtel den Vorzug geben will.

„Der Schulleiter der August-Lämmle-Schule hat schulintern alle Vorbereitungen getroffen: Er hat Lehrer wie Eltern hinter sich und zeigt sich sehr motiviert bei dem Thema“, sagt die SPD-Fraktionschefin über Philipp Steinle. Außerdem sei sich eine Mehrheit der Räte einig, dass Leonberg als Schulstadt nicht nur einst die G 8-Sekundarstufe angeboten hat, sondern nun auch hier eine Vorreiterrolle einnimmt. Nicht zuletzt seien die räumlichen Voraussetzungen für eine zweizügige Gemeinschaftsschule im Ramtel bestens gegeben. Erst vor wenigen Jahren wurde massiv investiert: Mit einer eigenen Mensa, der Schulhofgestaltung und einer Gebäudesanierung.

Die Schulleitung der Schellingschule Dieter Bölz-Hohkamp hatten am Montagabend in einer geheimen Informationsveranstaltung versucht, den Räten die Konsequenzen des Beschlusses aufzuzeigen. Die Schellingschule – ebenfalls in bestem Zustand – würde wohl sofort ihre „Oberstufe“ verlieren.

Das wiederum lässt etliche Stadträte nicht bange werden: „Die Gerhart-Hauptmann-Realschule platzt ohnehin aus allen Nähten, da könnte man die frei werdenden Räume der Schellingschule noch für einen zusätzlichen Klassenzug der Realschule nutzen“, reagierten einige aus der CDU-Fraktion pragmatisch auf die großen Umbrüche in der baden-württembergischen Schullandschaft.

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