„Wir sind Engel mit nur einem Flügel – um fliegen zu können, müssen wir uns umarmen.“ Dieses Zitat von Luciano de Crescenzo hat der Stuttgarter Kunstprofessor Dieter Groß für das Leonberger Hospiz in ein Bild übersetzt. Foto: Dieter Groß/Repro: privat

Der Künstler Dieter Groß hat Postkarten für den Hospizverein gestaltet. Das nächste Benefizkonzert steht bereits im März an.

Leonberg - Begleiten kann beflügeln – unter dieses Motto hat der Stuttgarter Künstler und Professor Dieter Groß die zehn Postkartenmotive gestellt, die er für das Leonberger Hospiz gestaltet hat. „Das ist ein prima Weihnachtsgeschenk und man tut damit auch noch etwas Gutes“, sagt Kristin Kuhl, die Vorsitzende des Hospiz-Trägervereins. Zehn Euro kostet das Mäppchen mit den zehn Karten, der Erlös geht an den Verein. Der Kontakt ist vor mehr als einem Jahr bei einem der letzten Auftritte der „Die Pinguine“ für das Hospiz entstanden. „Dieter Groß wollte unbedingt noch mehr für uns tun“, berichtet Gabriele Reichle, die die Öffentlichkeitsarbeit verantwortet. Das Ergebnis spiegele sehr gut die Arbeit im Hospiz wider, findet sie: „Es ist nicht alles traurig. So sind eben lustige Sprüche dabei, genauso wie nachdenkliche.“

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Hospiz, das 2012 sein Quartier in der Seestraße bezogen hat. Nebenan sind die neuen Nachbarn des Elly-Heuss-Knapp-Kindergartens eingezogen. Auf der anderen Seite entstehen derzeit neue Wohnhäuser. Und viele Veranstaltungen, von Vorträgen über Filmvorführungen bis hin zu Ausstellungen, haben die eigentliche Hospizarbeit begleitet. „Es hat mich sehr berührt, als zwei Mitarbeiterinnen aus der Pflege mit ihren Musikgruppen ein Benefizkonzert für uns organisiert haben“, berichtet Ute Kompatscher, die Leiterin des stationären Hospizes.

Genauso haben die Mitarbeiter auch am Programm für das kommende Jahr mitgearbeitet, das den Namen „Lichtblicke 2016“ trägt. „Das macht uns auch Mut, wenn wir das Programm entwickeln. Solche Lichtblicke braucht jeder Mensch“, sagt Kristin Kuhl. Derjenige, der andern etwas Gutes tue, tue schließlich auch sich selbst etwas Gutes. So startet das neue Jahr für das Hospiz mit einer Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 20. Januar. Die Leonberger Künstlerin Kristina Schwarz zeigt im Hospiz Bilder unter dem Titel „Stadtgeflüster“. Auch die Künstlergruppe „K-maeLeon“ stellt im Hospiz aus. Vernissage ist am 16. März. „Bei solchen Veranstaltungen im Hospiz können wir zeigen, wie fröhlich es hier zugeht“, meint Gabriele Reichle. Weiter geht es am Sonntag, 31. Januar, mit einem Benefizkonzert des Chors „Sixties in Motion“ in der Steinturnhalle. Die Sänger haben sich ganz den Liedern der 60er-Jahre verschrieben. Karten dafür gibt es bereits. Mit Samuel Schuster hat der talentierte Sohn einer Hospiz-Mitarbeiterin ebenso ein Benefizkonzert angeregt.

Auch die ehrenamtliche Arbeit im Hospiz wird im kommenden Jahr ausgebaut. „Im Januar findet eine weitere Ehrenamtsausbildung statt, allein zum Infoabend waren schon 35 Menschen da“, berichtet die Leiterin des stationären Hospizes, Kompatscher. Diese begleiten vor allem Menschen, die noch zu Hause betreut werden, aber auch Angehörige. So gehören zum ambulanten Hospizdienst auch die „Sunshine-Kids“, also Kinder oder Geschwister von Schwerkranken. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür. Wobei: „Weihnachten kann es das ganze Jahr über geben“, sagt Kristin Kuhl. Kürzlich las sie einen Bericht über ein vorgezogenes Weihnachtsfest für einen todkranken Jungen, der es bis zu den Feiertagen nicht mehr geschafft hat. Kuhl: „Wir würden so etwas auch machen. Und ich bin mir sicher, unsere tollen Nachbarn hier würden mitziehen.“

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