Farbenfrohes Fest im Leonberger Stadtpark. Foto: factum/Bach

Stadt, Vereine, Schulen und internationale Verbände haben den Stadtpark am Wochenende in einen Freizeitpark verwandelt. Am Samstag stehen die Kinder im Mittelpunkt, am Sonntag wird die internationale Begegnung gefeiert.

Leonberg – Die Stadt feiert am Samstag das Kinderfest, am Sonntag den Tag der Internationalen Begegnung.

Auf dem kleinen Platz vor dem Eingang zur Leonberger Stadthalle hat sich am Samstagnachmittag eine bunte Schar Kinder versammelt. Im freudigen Durcheinander der Grundschüler herrscht eine erkennbare Ordnung nach Farben. „Die Kinder bereiten sich auf den Einzug in die Arena vor“, erklärt Rektor Walter Klisa. Seine Spitalschüler sind in Grün gekleidet. „Dieses Jahr haben wir uns das Thema Welt der Farben ausgesucht“, verdeutlicht der Schulleiter. In wenigen Minuten werden die Schüler über den Zugang neben der Stadthalle in den Stadtpark einziehen und dort mit einer bunten Show die sechzehnten Kinder- und Jugendtage eröffnen. Für das große Kinderfest hat sich das grüne Herz der Stadt mit einer Vielzahl an Spielmöglichkeiten in einen wahren Freizeitpark verwandelt. Bereichert wird das Wochenende zudem durch die gemeinsame Veranstaltung des Jugendfestes mit den Tagen der internationalen Begegnung.

Beim Betreten des Stadtparks bietet sich ein imposantes Bild. Überall sind große Zelte aufgebaut, darunter und dazwischen unzählige Tische und Bänke, die schon am frühen Nachmittag nahezu voll belegt sind. Im oberen Teil des Parks bildet ein mit rot-weißen Bändern abgestecktes Rund, eine Art Zentrum. Auf der dort am Rand des Ovals platzierten Bühne spielt gerade das Projektorchester, aus Jugendlichen der Musikvereine Lyra Eltingen, der Stadtkapelle Leonberg sowie der Jugendmusikschule. Bis hinunter zum Parksee haben die Vereine eine Fülle an Attraktionen für die Jugend der Stadt aufgebaut.

Ständig kommen neue Familien auf das Festgelände. Unter ihnen ist auch Jonas Hahn aus dem Leonberger Stadtteil Silberberg, der mit seiner Mutter Meike und der jüngeren Schwester Sarah das Fest besucht. Gerade erst auf dem Gelände angekommen, hat der Elfjährige sogleich das Dosenwerfen entdeckt, das im Schatten eines Baumes aufgebaut ist. Dort trifft er Auron. „Hallo Auron“, begrüßt Jonas seinen Freund, mit dem er die vierte Klasse der Schellingschule besucht. Mit dem ersten Wurf räumt Jonas sofort die oberen beiden Reihen der pyramidenförmig aufgebauten Blechdosen ab. Dann nimmt er aus dem Netz den nächsten gelben Tennisball und schleudert ihn Richtung Ziel.

Die letzten Dosen zu treffen ist nicht leicht. „Es geht heute nicht um Preise, die Kinder sollen einfach nur ihren Spaß haben“, sagt Sigrun Feller von der Handballabteilung der SG Leonberg-Eltingen, die den Dosen-Spaß organisiert hat. Jonas und Auron sind währenddessen schon weitergelaufen. „Machen wir den Hindernis-Parcours“, fragt Jonas seinen Schulfreund. Das erste Hindernis ist schnell überwunden, der Balanceakt über die umgedrehte Bank erfordert Körpergefühl. Den Abschluss bildet ein Trampolinsprung, den Jonas mit einer Vorwärtsrolle abschließt. Als Preis winkt ein mit Gas gefüllter Luftballon, den der Förderverein der Spitalschule spendiert.

Mama Meike und Schwester Sarah haben sich derweil am Stand der TSG Leonberg mit Crêpes versorgt. „Nachher gehe ich mir wahrscheinlich einen Döner holen“, sagt Jonas. Den gibt es beim türkisch-deutschen Kultur- und Familienverein Leonberg. Die nächste Anlaufstelle wäre die türkisch-islamische Gemeinde Leonberg, an deren Stand gerade der frischer Teig für die Fladenbrote geknetet wird. Der Tag der Internationalen Begegnung wirft am Samstag bereits seine Schatten voraus.

Jonas schaut kurz bei der Eröffnungsfeier vorbei, da auch Drittklässler seiner Schellingschule dabei sind. „Wir sind Kinder“, singen die blau, grün, weiß, rot und gelb gekleideten Grundschüler im Kreis der abgesteckten Arena.

Jonas und Auron zieht es inzwischen weiter, zum Bullenreiten. Aufgeregt rennen die Jungen über die Wiese, dabei lässt Jonas aus Versehen seinen weißen Luftballon fliegen, der schnell in den Himmel entschwindet. „Wer sich 60 Sekunden auf dem Bullen hält, der ist schon mal nicht schlecht“, erklärt Sebastian von der evangelischen Freikirche BMG Leonberg. Jonas erklimmt das künstliche Tier , auf dem Kopf hat er nun einen Cowboyhut. Langsam beginnt sich der Bulle zu drehen, wird immer schneller. Irgendwann steigt Jonas unfreiwillig ab und landet sicher in den Luftkissen.

„Es war ein sehr schöner Tag“, sagt Jonas, als er am Abend mit seiner Familie nach Hause geht. Am Sonntag steht die internationale Begegnung im Stadtpark im Mittelpunkt. Beiträge aus fernen Ländern, deutsche Vorträge traditionsreicher Leonberger Vereine sowie griechische und türkische Folklore, locken das Publikum.

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