Im Stadtpark drehten die Schüler ihre Runden und sammelten dabei Geld. Foto:  

Beim Sponsorenlauf des Johannes-Kepler-Gymnasiums und der Gerhart-Hauptmann-Realschule kommen fast 13 000 Euro zusammen. Das Geld geht an die Haldenwang-Schule und das Kinderhospiz. Mehr als 400 junge Läufer beteiligen sich.

Leonberg - Ich bin immer wieder unglaublich stolz, dass so viele Schüler dem Aufruf der Schülermitverwaltung folgen“, sagt Roman Peters, der Schulleiter des Johannes-Kepler-Gymnasiums (JKG) in Leonberg. Stolz können er und seine Kollegin Christiane Schwellinger, die Leiterin der Gerhart-Hauptmann-Realschule (GHR), auch sein: Mehr als 400 Schüler beider Einrichtungen haben sich im Juli am Sponsorenlauf beteiligt. Nun steht auch die Spendensumme fest, die dabei zusammengekommen ist. Im JKG überreichten Schüler der Konrektorin der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in Leonberg, Eva Scheu, einen Scheck über 2750 Euro. Kristin Kuhl, die Vorsitzende des Leonberger Hospiz-Vereins, freute sich über einen 8100-Euro-Scheck.

„Wir waren total überrascht, dass wir ausgesucht wurden“, sagte Eva Scheu von der Haldenwang-Schule, die beim dritten Sponsorenlauf das erste Mal bedacht wurde. Die Schüler durften selbst aussuchen, für welchen guten Zweck sie laufen. Die Einrichtungen hatten sich und ihre Arbeit entsprechend an den Schulen vorgestellt. Auch ihre Sponsoren akquirierten die jungen Läufer selbst und handelten einen Preis pro zurückgelegter Runde aus. Meist sponserten Eltern oder Großeltern die Läufer, einige gewannen aber auch Firmen für das Projekt.

Anfang Juli liefen dann alle Schüler im Stadtpark ihre Runden – verteilt auf mehrere Gruppen. Für jede beendete Runde gab es ein Bändchen. Meist absolvierten die Teilnehmer zwischen fünf und 15 Runden.

„Die Schüler sind sehr glücklich rausgegangenen aus dieser Erfahrung“, sagt der Vertrauenslehrer Alex Terrazzano. „Man musste den Schülern nur in die Augen sehen, wenn sie über die Ziellinie gelaufen sind, denn sie wussten, sie haben wieder eine Runde geschafft.“

Insgesamt 97 Läufer widmeten ihre „Einnahmen“ der Haldenwang-Schule, die sich um geistig behinderte junge Menschen kümmert. Wobei die Konrektorin mit dieser „Schublade“ nicht zufrieden ist. „Das wird unseren Schülern nicht gerecht“, sagte Scheu. Viele hätten Lernschwierigkeiten oder Probleme, alle Reize in ihrer Umwelt richtig wahrzunehmen. Das Geld sei noch nicht verplant. Aber da die Schüler ganz unterschiedliche Bedürfnisse hätten und verschiedene Fördermöglichkeiten bräuchten, werde das Geld dort verwendet. „Wir können nicht alles aus Schulmitteln finanzieren“, meinte die Konrektorin und bedankte sich.

Bereits zum dritten Mal bedacht wurde der Hospizverein mit seiner Arbeit für Kinder, die selbst erkrankt sind, einen erkrankten Angehörigen haben oder sogar einen Verwandten verloren haben. „Diese Spende ist etwas Besonderes. Sie zeigt, dass sich eine Vielzahl von Schülern für Menschen engagiert, die sich in einer besonderen Lebenssituation befinden. Menschen, die auch unter euch sind“, sagt Kristin Kuhl. Sie hatte zwei der „Sunshine Kids“ mitgebracht, um die sich das Kinderhospiz kümmert. Beide Mädchen besuchen die GHR – und sind selbst beim Sponsorenlauf mitgelaufen. „Ich bin zehn Runden gerannt“, sagt eines der Mädchen stolz. Für sie und andere Kinder organisiert das Kinderhospiz Ausflüge, die sie ablenken und aufheitern sollen, aber auch Gruppenstunden, in denen sie sich untereinander austauschen können. „Da muss keiner dem anderen etwas vormachen. Da sind die Kinder alle in der gleichen Situation und das erleichtert sie“, erklärt Kristin Kuhl vom Hospizverein. Das Geld werde der Verein darin investieren, weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für die Hospizarbeit auszubilden. „Dann können wir noch mehr Kinder aufnehmen.“

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