29 Jahre VfB, sechseinhalb Jahre RB Leipzig: Frieder Schrof geht in den Ruhestand. Foto: RB Leipzig/motivio

Bei RB Leipzig geht eine Ära zu Ende: Zum 30. Juni hören Nachwuchschef Frieder Schrof und Ralf Rangnicks Mentor Helmut Groß auf. Jetzt fiebern die beiden Schwaben zum Abschied zwei DFB-Pokal-Endspielen entgegen.

Stuttgart/Leipzig - 29 Jahre lang arbeitete Frieder Schrof für den VfB Stuttgart, die vergangenen sechseinhalb Jahre für RB Leipzig. Bevor der 64-Jährige am 30. Juni in Rente geht, fiebert er noch zwei DFB-Pokal-Endspielen entgegen: Dem „Großen“ zwischen RB und dem FC Bayern München an diesem Samstag (20 Uhr/ARD und Sky) in Berlin, aber vor allem dem „Kleinen“ bei den A-Junioren. Da trifft die U19 von RB – trainiert vom Ex-VfB- und -Kickers-Spieler Alexander Blessin – bereits am Freitag (20.15 Uhr/Sport1) in Babelsberg auf den VfB Stuttgart. Ausgerechnet auf den VfB Stuttgart – sagt sich zumindest Frieder Schrof. „Ein besseres Drehbuch hätte man nicht erfinden können“, sagt er. „Das sind zwei tolle Höhepunkte zum Abschied.“ Mit ihm wird der Geislinger Helmut Groß (72) Leipzig verlassen. Auch der Assistent und Mentor von RB-Trainer und -Sportchef Ralf Rangnick macht Platz für die jüngere Generation und geht in den fußballerischen Ruhestand.

Zurück in die Nähe von Schwäbisch Hall

Seinem Naturell entsprechend wird Schrof bis zum letzten Tag in Leipzig akribisch und gewissenhaft arbeiten. Dann wird in seine Heimat in der Nähe von Schwäbisch Hall zurückkehren. Er freut sich darauf. Auf die Erholung im Eigenheim mit dem großen Garten. Auf die Zeit mit seiner Familie, den Freunden und Bekannten. „Die vergangenen Jahre waren nicht gerade unanstrengend“, formuliert es Schrof in seiner bescheidenen Art.

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Der Mann ist ein „Schaffer“, der maßgeblich dazu beitrug, dass unter der Regie von ihm und dem im Oktober 2017 verstorbenen Thomas Albeck aus vielen VfB-Talenten Bundesliga- und Nationalspieler wurden. Zum Beispiel Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel, Alexander Hleb, Timo Hildebrand, Ioannis Amanatidis, Sami Khedira, Mario Gomez, Christian Träsch, Andreas Beck, Sebastian Rudy, Serdar Tasci, Tobias Weis, Sven Ulreich, Julian Schieber, Christian Gentner, Bernd Leno, Joshua Kimmich und Daniel Didavi.

2013 mit Albeck zu RB

2013 zog es Schrof gemeinsam mit Albeck nach Leipzig. Der erste Mannschaft von RB spielte unter Trainer Alexander Zorniger noch in der vierten Liga, die Jugendteams in der dritthöchsten Spielklasse. „Unser Verein hat eine rasante Entwicklung in allen Bereichen genommen“, sagt Schrof nicht ohne Stolz.

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Die Jugendteams sind top, die Profis qualifizierten sich zum zweiten Mal für die Champions League. Neben den sportlichen Erfolgen freuen ihn auch andere Errungenschaften: Die Akademie nennt er eine der „modernsten und schönsten in Europa“, auch das tolle Klima unter den 60 Hauptamtlichen (plus 60 Nebenberufliche) hebt Schrof hervor.

Fußball schauen auch im Ruhestand

Nun also geht es in den Ruhestand. „Ich werde den Fußball nie aus den Augen verlieren und mir weiterhin Spiele anschauen“, sagt Schrof. In der Nähe, beim VfB Stuttgart oder bei der SG Sonnenhof Großaspach. Oder auch an Orten, wo seine „Zöglinge“ am Ball sind: In München (Joshua Kimmich), London (Bernd Leno) und Turin (Sami Khedira).

Schrofs Arbeitspensum bei RB wird auch dadurch deutlich, dass sich seine Nachfolge zwei Personen aufteilen: Sebastian Kegel wird sportlicher Chef des Nachwuchses, Christian Streit übernimmt administrative Aufgaben und leitet die Akademie.

Kleine, feine interne Feier

Auf ein rauschendes Abschiedsfest wird Schrof genauso wie Groß verzichten. „Eigentlich sollten wir ganz groß nach dem letzten Bundesligaspiel gegen den FC Bayern verabschiedet werden, doch das liegt uns beiden nicht so“, erzählt Groß. Stattdessen gab eine kleine, feine Feier im internen Rahmen in der Akademie. Die beiden „schaffigen“ Schwaben freuen sich eben lieber über Feierlichkeiten ihrer Teams auf dem Platz.

An diesem Freitag und Samstag bestehen dazu zwei Möglichkeiten. Wie es das Fußball-Drehbuch so will.

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