Seit dem Jahreswechsel gilt das Stadtticket, mit dem man für drei Euro einen Tag lang mit Bussen und der S-Bahn innerhalb einer Stadt unterwegs sein kann. Foto: Thomas Krämer

Was soll getan werden für Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer und Nutzer des ÖPNV? Die Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen hat ihre Pläne für dieses Jahr vorgestellt. Eine Übersicht.

Leinfelden-Echterdingen - Mit dem Mobilitätskonzept, das 2017 verabschiedet wurde, will Leinfelden-Echterdingen nach und nach die Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen in den Stadtteilen verringern, stattdessen den ÖPNV und den Rad- und Fußverkehr stärken.

Wie soll der ÖPNV in diesem Jahr verbessert werden?

Seit dem Jahreswechsel gilt das Stadtticket, mit dem man für drei Euro einen Tag lang mit Bussen und der S-Bahn innerhalb einer Stadt unterwegs sein kann. Gruppen bis zu fünf Personen bezahlen sechs Euro. Dies gibt es nicht nur in L.-E., sondern zum Beispiel auch in Filderstadt. „Ein kommunenübergreifendes Ticket wäre toll, wird aber vom VVS abgelehnt“, sagte die Erste Bürgermeisterin Eva Noller.

Zudem werden 2020 zehn Haltestellen barrierefrei umgebaut. Für rund 120 000 Euro will die Stadt außerdem zehn Echtzeit-Fahrgastinformationen an den S-Bahnhöfen anbringen, die die tatsächlichen Ankunft- und Abfahrtzeiten der Bahnen und Busse anzeigen. Weitere digitale Anzeigen sollen an insgesamt 21 Bushaltestellen installiert werden. Auf diesen soll man die Abfahrtzeit des nächsten Busses ablesen können. Kosten dafür: 80 000 Euro. Ende des Jahres soll außerdem der erste Prototyp für die Bushaltestellen an den Mobilitätspunkten der Stadt vorgestellt werden. Auch die Planungen für die Verlängerung der U 5 nach Echterdingen werden vorangetrieben.

Was will die Kommune für die Radfahrer tun?

100 000 Euro stehen in diesem Jahr für den Ausbau der Radwege zur Verfügung. Zudem sollen mehr Fahrradabstellplätze gebaut werden und weitere Markierungen den Radverkehr sicherer machen. Außerdem soll die Beschilderung der Radwege verbessert werden. Nach dem Scheitern im Herbst soll erneut versucht werden, die Stadträte von einem Radverkehrskonzept zu überzeugen. SPD-Stadtrat Jens Zellmer beklagte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass der Radverkehr bei Konflikten immer zurückgestellt werde. „Wir müssen Radfahrern so viel Raum geben wie Fußgängern und dem motorisierten Individualverkehr“, forderte er.

Was wird für die staugeplagten Autofahrer getan?

Im Februar soll die Vorplanung für die Osttangente vorgestellt und dann weitergeplant werden. Sie soll vor allem Leinfelden Entlastung bringen, während die angedachte Weiterführung zur alten B 27 in einigen Jahren möglichst viele Autos aus Echterdingen heraushalten soll. Für diese Nord-Süd-Straße wird eine Konzeptplanung aufgestellt. Moderne Ampeln sollen außerdem alte Anlagen ersetzen und den Verkehr flüssiger laufen lassen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Parkraumkonzept, das im Laufe des Jahres umgesetzt werden soll.

Auf welche Verbesserungen können Fußgänger hoffen?

2019 waren beim Fußverkehrs-Check in Echterdingen etliche Hürden für Fußgänger aufgedeckt worden. Die dabei gemachten Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge sollen nun Vorbild für die anderen Stadtteile werden, damit sich mehr Menschen zu Fuß auf den Weg machen.

Und was ist sonst noch geplant?

Die Umgestaltung des S-Bahnhofs Echterdingen soll vorangetrieben werden und für die Konzeption der Mobilitätspunkte in anderen Filderkommunen geworben werden, um eine einheitliche Gestaltung zu bekommen. Zudem sollen die Bürger besser über Mobilitätsthemen informiert, der ÖPNV und Radverkehr beworben werden. In Workshops soll den Firmen im Ort das betriebliche Mobilitätsmanagement näher gebracht werden, um mehr Autopendler in Busse, Bahnen oder auf den Fahrradsattel zu bringen.

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