Ja, ist denn schon Wahl? Nein, nur Werbung – verbotenerweise. Foto: Stadt

Einige Tage lang war die Stadt Leinfelden-Echterdingen übersät von roter Werbung. Doch der Mobilfunkkonzern hatte keine Genehmigung dafür.

Leinfelden-Echterdingen - So manche Beschwerde ist vergangene Woche beim Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Leinfelden-Echterdingen eingegangen, berichtet der Leiter Gerd Maier. Wie es denn sein könne, dass die ganze Stadt mit roten Werbeplakaten des Mobilfunkunternehmens Vodafone zugepflastert worden sei, und wer denn so etwas genehmige. Die Antwort auf Letzteres war schnell gegeben: niemand.

„Die Plakate waren plötzlich über Nacht da. Weder Vodafone noch ihre Agentur hat bei unserer Verkehrsbehörde einen Antrag gestellt. Und in der Masse wären die Plakate auch nicht genehmigt worden“, sagt Gerd Maier. Im öffentlichen Raum würden im Normalfall etwa zehn Plakate, die auf Veranstaltungen hinweisen, erlaubt. Vodafone habe aber eigenmächtig und aus reinen Werbezwecken rund 200 Stück der Größe DIN A 0 aufhängen lassen. Teilweise auch an kritischen Stellen wie Kreisverkehren, wo Verkehrsteilnehmer leicht abgelenkt werden.

Die Frist wurde ignoriert

Laut dem Ordnungsamtsleiter wurde dem Mobilfunkunternehmen eine Frist bis zum 31. März gesetzt, die Plakate wieder abzubauen. Als sie am 2. April immer noch hingen, sei der Bauhof damit beauftragt worden, dies zu erledigen. Vodafone werde einen entsprechenden Kostenbescheid erhalten, von einem Bußgeld wolle man aber absehen. Die Plakate seien nun beim Bauhof gelagert und warteten darauf, abgeholt zu werden.

Seitens Vodafone heißt es auf Nachfrage, die Plakate seien angebracht worden, um die Kunden auf die neuen Glasfasermöglichkeiten aufmerksam zu machen. Die Umsetzung der Werbeaktion – also Genehmigungen einholen sowie das Anbringen der Plakate – erfolge vor Ort durch einen Dienstleister, so der Konzernsprecher Volker Petendorf. Die von der Stadt gesetzte Frist zum Abhängen der Plakate sei an den Dienstleister weitergeleitet worden, der dies jedoch offenbar versäumt habe. „Die entsprechenden Auslagen der Stadt werden wir selbstverständlich begleichen, sobald die Rechnung uns vorliegt“, versichert Petendorf.

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