Frederik Riedel und Larissa Laich bei der Apple-Entwicklerkonferenz in den USA Foto: Frogg

Frederik Riedel und Larissa Laich haben schon während ihrer Schulzeit am Immanuel-Kant-Gymnasium angefangen, Apps zu programmieren, und haben damit sogar den Technologie-Giganten Apple auf sich aufmerksam gemacht. Was machen sie heute?

L.-E. - Was gibt es heute in der Schulkantine zu essen? Das war die Frage, mit der alles angefangen hat. Frederik Riedel und Larissa Laich besuchten zu dieser Zeit das Immanuel-Kant-Gymnasium in Leinfelden-Echterdingen. Die beiden Freunde hatten ihre Liebe zum Programmieren entdeckt. So entstand die App „iKantine“, in der die Schüler des IKG nachlesen konnten, was es in dieser Woche zum Mittagessen geben wird. „Ich war 14, Larissa 15“, erinnert sich Frederik Riedel, und beide hatten Blut geleckt. Sie programmierten weiter Apps und boten sie im Apple-App-Store zum Herunterladen auf Smartphones an.

Dann wurde Apple aufgrund ihres jungen Alters auf sie aufmerksam: „Wir sind zur ‚Apple Worldwide Developers Conference’ eingeladen worden“, erzählt Riedel. So ging es für die beiden nach San Francisco. Besonders interessant waren die Workshops mit anderen Entwicklern, berichtet Larissa Laich: „Das hat die Konferenz außergewöhnlich gemacht.“ Sie konnten sich mit anderen Leuten austauschen, die an ähnlichen Projekten arbeiteten wie sie selbst, und sich einen Namen in der Entwicklerszene machen. Die Konferenz war auch ausschlaggebend für ihre Zukunft: „Eigentlich wollte ich Elektrotechnik studieren“, sagt Frederik Riedel, „aber nach der Konferenz war mir klar, dass es mehr in Richtung Software gehen muss.“ Larissa Laich ging es ähnlich: „Ich war so begeistert von der Atmosphäre dort, von der Kreativität.“

Eine App fürs Klettertraining

Inspiriert kamen die beiden zurück, absolvierten ihre Abiturprüfungen, begannen ein Studium der Softwaretechnik an der Universität Stuttgart und gründeten ihre Firma namens Frogg. Neben diversen Auftragsarbeiten werkelten die beiden aber auch stets an ihren eigenen Apps weiter. „Es funktioniert am besten, wenn man eine App auf einer ehrlichen Grundlage macht, anstatt dass man danach geht, was am lukrativsten ist“, sagt Riedel.

Als Beispiel nennt er die „iRedstone“-App, die die beiden 2012 raus brachten, mit der man Gegenstände für das beliebte Spiel Minecraft bauen kann. „Wir spielen selbst Minecraft und wussten genau, auf was es ankommt, und was man als Nutzer haben möchte“, erzählt der 24-Jährige. Ähnliches gilt für ihre neueste App: „Redpoint Climbing“ ist entstanden, weil beide gerne bouldern gehen, das ist Klettern ohne Seil. „Wir haben nach einer App gesucht, mit der man das Klettern erfassen kann“, sagt Larissa Laich. Die gab es nicht, also wurden sie selbst aktiv. Die App liefert nach jeder Klettertour die Auswertung: Gesamthöhe, Herzfrequenz, Dauer, außerdem gibt es Tipps fürs nächste Klettertraining. Auch für die Stadt L.-E. waren sie schon tätig, sie sind die Macher der 2013 erschienenen Krautfest-App.

Das nächste Ziel: Mitarbeiter einstellen

Studium und Firma parallel zu organisieren, sei anstrengend gewesen, habe sich aber gelohnt. „Es war das perfekte Modell aus Theorie und Praxis“, sagt Riedel. „An der Uni merkt man, was man alles nicht weiß“, ergänzt Laich, dazu besuchten sie jedes Jahr die Entwicklerkonferenzen und waren 2017 sogar zum Praktikum bei Apple. Frederik Riedel lebt mittlerweile in Berlin, „ich mag die Atmosphäre dort mit vielen Start-up-Firmen“. Larissa Laich macht ihren Masterabschluss in Zürich. Die Firma läuft weiter: „Wir kennen uns so gut, dass wir wissen, wie der andere arbeitet“, sagt Riedel, Besprechungen machen sie über Videotelefonie, in Kontakt bleiben sie über Textnachrichten. „Wir wollen die Kletter-App jetzt so groß machen, dass wir Mitarbeiter einstellen können“, kündigen sie an.

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