Bärlauch ist seit einigen Jahren ein sehr beliebtes Kraut. Foto: dpa

Nachdem ein Wochenmarkt-Kunde nach dem Verzehr von Bärlauch Vergiftungsanzeichen zeigte, schlug die Polizei Alarm. Waren giftige Maiglöckchen unter den Bärlauchblättern?

Backnang - Bärlauch ist seit Jahren in aller Munde, könnte man kalauern. Tatsächlich ist die Pflanze, die auch Wilder Knoblauch genannt wird, da sie ähnlich riecht, sehr beliebt im Salat, im Pesto, in Suppen und mehr. Dabei ist der Genuss nicht ganz ungefährlich, denn die Blätter sehen denen des giftigen Maiglöckchens zum Verwechseln ähnlich.

Am Wochenende wurde deshalb von der Polizei gewarnt, Bärlauch, der in Backnang und Waiblingen gekauft worden war, zu essen. Entgegen der Meldungen vom Wochenende handelte es sich in Backnang nicht um einen Stand auf dem Wochenmarkt, sondern um einen Hofladen. Der Betreiber unterhält auch einen Stand auf dem Waiblinger Wochenmarkt, wo besagter Bärlauch ebenfalls vertrieben wurde. Wie berichtet hatte sich ein Kunde eines Gemüsestandes in Backnang wegen Vergiftungssymptomen in ein Krankenhaus begeben müssen.

Eine Probe des Bärlauchs ist im Labor

Aber: „Es ist immer noch nicht klar, ob es sich tatsächlich um eine Vergiftung mit Maiglöckchen unter den Bärlauchblättern gehandelt hat“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen gestern auf Nachfrage. Der Mann habe Symptome einer Lebensmittelvergiftung gehabt. Die Zeitspanne zwischen der Untersuchung und dem Verzehr des Bärlauchs sei jedoch zu groß gewesen, um nachweisen zu können, dass dieser die Ursache war.

Nun sei eine Probe der Ware, welche der Händler dem Mann verkauft hatte, in ein Labor geschickt worden. Der Händler betreibt Stände auf dem Wochenmarkt in Backnang und Waiblingen. „Den Bärlauch bezieht er wiederum von zwei Großhändlern. Von drei Kilogramm, die er angeschafft hatte, waren noch 300 Gramm übrig, welche er uns übergeben hat“, so der Polizeisprecher. Aus wessen Beständen diese 300 Gramm stammten, sei allerdings nicht bekannt und wohl auch schwer zuzuordnen. Die Probe ist mittlerweile in einem Labor. Das Untersuchungsergebnis steht noch aus.

Bärlauch wird überwiegend im Wald gepflückt

Die Lebensmittelkontrolleure seien zwar regelmäßig auf Wochenmärkten unterwegs und machten Stichproben. Sämtliche Bärlauchblättchen zu untersuchen sei aber natürlich nicht möglich, sagte eine Sprecherin des Landratsamts in Waiblingen, bei dem die Lebensmittelkontrolleure angegliedert sind.

Der Bärlauch, der in den Handel kommt, stammt allem Anschein nach nicht aus Kulturen, sondern wird von professionellen Sammelteams wild gepflückt. Ob es ihn hierzulande auch im professionellen Anbau gibt, war nicht zu erfahren. Anbauflächen seien nicht ausgewiesen.

Professionelle Ernte nur mit Genehmigung

„Allerdings darf man auch nicht einfach in den Wald gehen und Bärlauch pflücken, um ihn zu verkaufen“, betont Jürgen Wippel vom Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. „Das regelt das Landeswaldgesetz.“ Dieses regelt auch, was und vor allem wie viel man als Privatperson daraus mitnehmen darf. Bärlauch oder andere Kräuter dürfen danach nur in der Menge eines „Handstraußes“ gesammelt werden. „Was darüber hinausgeht – also schon ein großer Korb voll – braucht eine Genehmigung“, sagt Wippel.

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