Katrin Altpeter zählt zu den Verlierern der Wahl. Foto: Gottfried Stoppel

Die Grünen stürmen zwei schwarze Hochburgen, aber auch der rechte Rand hat im Landkreis viel Zulauf bekommen.

Rems-Murr-Kreis - Rein zahlenmäßig scheint alles beim Alten geblieben zu sein: Der Rems-Murr-Kreis stellt im neuen Landtag wieder neun Abgeordnete und damit mehr als jeder andere Landkreis in ganz Baden-Württemberg. Selbst die Landeshauptstadt hat mit fünf Parlamentariern deutlich weniger Mandatsträger zu bieten.

Dennoch ist nach jenem 13. März vor allem im Remstal alles anders: die Farbenlehre, bei der man sich seit Bestehen des Rems-Murr-Kreises in Sachen Direktmandate ausschließlich Schwarz merken musste, hat sich verändert. Mit Petra Häffner und Willi Halder haben zwei Grüne die schwarzen Hochburgen gestürmt. Man kann darüber streiten, ob das ihr persönlicher Verdienst oder der allgemeine Kretschmann-Effekt gewesen ist. Vermutlich werden beide – so die Grünen überhaupt den Ministerpräsidenten stellen werden – aber auch keine tragende Rolle in der Regierung übernehmen dürfen.

Diese ist Katrin Altpeter in jedem Fall los. Sie ist von den Wählern gewissermaßen vom Ministerposten auf die Straße gesetzt worden. Die SPD-Politikerin hat das katastrophale Ergebnis ihrer Partei im Land im Remstal kaum verbessern können. Mit ihrer Person und der langen SPD-Zweitmandatstradition im Wahlkreis Waiblingen sind weitere Schicksale verknüpft.

Der CDU-Abgeordnete Claus Paal ist auf ein Zweitmandat zurückgestuft worden, aber mit einem blauen Auge davon gekommen. Sein Parteifreund Siegfried Lorek hat als Newcomer Lehrgeld bezahlt, aber immerhin auch ein Mandat bekommen.

Je nach Sichtweise als Erfolg für den Rems-Murr-Kreis kann auch die Tatsache bewertet werden, dass in dem Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen „nur“ ein AfDler von hier ins Parlament einzieht. Die vermeintliche Alternative hat aber auch an Rems und vor allem Murr ( zu) viele Anhänger mobilisiert. Die demokratischen Parteien wären deshalb gut beraten, wenn sie dem aufkeimenden Rechtspopulismus nun mit Einigkeit statt mit koalitionstaktischen Ränkespielchen entgegen träten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: