Das Naturschutzgebiet Zugwiesen bei Ludwigsburg gilt als Vorbild für ein neues Feuchtbiotop am Stuttgarter Neckarufer. Foto: /factum/Simon Granville

Mit rund 1,23 Millionen Euro fördert der Verband Region Stuttgart 16 Projekte, die die Landschaft schützen und für die Bevölkerung erlebbar machen. Das Geld fließt vor allem in den Kreis Ludwigsburg, ins obere Filstal – und nach Stuttgart.

Stuttgart - Projekte in den Steillagen des Neckartals im Kreis Ludwigsburg, im Bottwar- und im oberen Filstal sowie zwei Maßnahmen in Stuttgart und Waiblingen werden in diesem Jahr vom Verband Region Stuttgart im Rahmen des Landschaftsparks mitfinanziert. Insgesamt wird ein Zuschuss in Höhe von 1,23 Millionen Euro verteilt, insgesamt kosten die Projekte mehr als sechs Millionen Euro. Auffallend: Damit wird der Fördertopf von 1,5 Millionen Euro pro Jahr nicht ausgeschöpft, und aus den Kreisen Böblingen und Esslingen gab es keine Anträge.

Trotzdem lobten die Regionalräte aller Fraktionen das Förderprogramm, aus dem seit dem Jahr 2006 mehr als 20 Millionen Euro an Kommunen geflossen und Investitionen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro ausgelöst worden seien, sagte Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU). Er betonte, dass es sich nicht immer um Leuchtturmprojekte mit regionaler Ausstrahlung handeln müsse. „Die kleineren Maßnahmen werden zu einer Perlenkette der Verbesserungen“, sagte er.

Die regionale Unwucht mit vielen Projekten aus dem Kreis Ludwigsburg und keinem aus den Kreisen Böblingen und Esslingen ist nach den Worten von Planungsdirektor Thomas Kiwitt nur ein vorübergehendes Phänomen. In den Kreisen Böblingen und Esslingen seien weitere Projekte entlang des Museumsradwegs von Weil der Stadt nach Nürtingen und im Biosphärengebiet Schwäbische Alb in Vorbereitung. Bei der nächsten Ausschreibung können mehr Mittel verteilt werden als dieses Jahr. Mit Zuschüssen, die nicht abgerufen wurden, ist der Topf dann mit zwei Millionen Euro gefüllt. Bevor das Geld fließt, müssen sich die Kommunen mit ihren Projekten einer Jury stellen. Diesmal wurden 16 von 18 ausgewählt.

Stadt Stuttgart erhält fast eine halbe Million Euro

Die höchste Förderung erhält die Stadt Stuttgart – 450 000 Euro für die Naturoase Auwiesen. Auf dem Gebiet unterhalb der Brücke von Münster in Richtung Max-Eyth-See soll ein großes Feuchtbiotop angelegt werden, das von verschiedenen Plätzen aus von der Bevölkerung eingesehen werden kann. „Das ist ein kleines Zugwiesen“, sagt Christine Baumgärtner vom Verband Region Stuttgart mit Blick auf das bekannte Naturschutzgebiet am Neckar bei Ludwigsburg. Zudem unterstützt die Region ein zweites Stuttgarter Projekt in Untertürkheim: Dort sollen die Einstiege in Weinwanderwege besonders markiert werden (Zuschuss: 40 000 Euro).

Wanderweg in Steillagen

Im mittleren Neckartal wird in den Steillagen der Weinberge in Benningen, Gemmrigheim, Hessigheim, Mundelsheim und Kirchheim ein spezieller Rundwanderweg mit Rast- und Aussichtsplätzen eingerichtet, dafür gibt es für die fünf Gemeinden knapp 150 000 Euro. Außerdem werden im Kreis Ludwigsburg ein Spiel- und Rastplatz am Enztalradweg (185 000 Euro) angelegt sowie in Erdmannhausen (25 000 Euro) und Steinheim an der Murr (49 500 Euro) Sportanlagen für Radfahrer geschaffen. Schwieberdingen, Hemmingen, Eberdingen und Vaihingen/Enz wollen gemeinsam einen Radweg schaffen, an dem verschiedene Skulpturen aufgestellt werden (69 000 Euro).

Aussichtsterassen im Filstal

Im oberen Filstal im Kreis Göppingen erneuert Wiesensteig einen Spiel- und Rastplatz (115 600 Euro), die Gemeinden Deggingen und Mühlhausen im Täle statten einen Halbhöhenwanderweg mit Aussichtsplattformen aus (zusammen 55 000 Euro). Aus dem Rems-Murr-Kreis, in den wegen der Remstalgartenschau in den vergangenen Jahren viel Geld floss, stellte nur die Stadt Waiblingen einen Förderantrag: Sie bekommt für die ökologische Neugestaltung des Zipfelbachs 105 000 Euro. „Wir freuen uns über die hohe Zahl an interkommunalen Projekten“, sagte Regionaldirektorin Nicola Schelling.

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