Der 31-Jährige hatte einen Mitschüler der Urspringschule mit Messerstichen getötet. Foto: picture-alliance/ dpa/Stefan Puchner

Für den Mord an einem Mitschüler saß er zehn Jahre im Gefängnis. Mit Todesdrohungen und Attacken auf Unbekannte hat sich ein Mann wohl den Rest seines Lebens verdorben. Ob er je frei sein wird, ist ungewiss.

Ulm - Wegen Todesdrohungen und willkürlicher Gewalt ist der einst als „Urspring-Mörder“ zu trauriger Berühmtheit gelangte Täter unbefristet in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Der 31-Jährige sei „für die Allgemeinheit gefährlich“, befand das Landgericht Ulm am Freitag. Sachverständige hatten erklärt, der Angeklagte leide etwa seit 2012 an einer „Psychose mit schizophrenen Anteilen“.

Das Gericht verurteilte den in Ulm geborenen und aufgewachsenen Sohn einer aus dem nordostafrikanischen Eritrea stammenden Familie zu 18 Monaten Freiheitsentzug. Die Strafe muss er jedoch aufgrund der unbefristeten Einweisung in die Psychiatrie nicht in einem Gefängnis verbüßen.

Aussicht auf Entlassung aus der geschlossenen Anstalt werde es für den Verurteilten nur geben, wenn Sachverständige ihm eines Tages eine hinreichende persönliche Stabilität bescheinigen können. Erst dann wäre denkbar, dass er wieder in Freiheit leben kann – und selbst dann nur unter engmaschiger psychiatrischer Betreuung und Kontrolle.

Tätliche Angriffe seit Anfang 2019 vorgeworfen

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten mehrere tätliche Angriffe seit Anfang 2019 vorgeworfen. Unter anderem habe er den Chef eines Sportstudios und den Schulleiter der Ulmer Volkshochschule attackiert. Letzteren, weil dieser ihn bei einem Besuch nicht umgehend in der Einrichtung einschreiben wollte. Der Angeklagte erklärte laut Urteil, er habe sich immer wieder provoziert gefühlt. Bei seinen Ausrastern habe, so das Gericht, eine Rolle gespielt, dass er eigenmächtig dämpfende Medikamente absetzte, die im Ärzte verschrieben hatten.

Zu den Opfern des Verurteilen gehörte ein Mann, den er für einen Zeugen in seinem einstigen Mordprozess wegen der Tötung eines Mitschülers hielt. Laut Gerichtsurteil hatte er am Auto des Mannes einen Zettel mit dieser Aufschrift hinterlassen: „Ich komme noch und bringe Dich um und Deine Mutter.“ Später habe der Angeklagte die Heckscheibe des Wagens zertrümmert. Dessen Besitzer habe Todesängste ausgestanden.

Der Verurteilte hatte 2006 – er war damals 17 – einen 16-jährigen Mitschüler der evangelischen Urspringschule nahe Ulm mit Messerstichen getötet. Er war dafür im selben Jahr zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt worden, die er vollständig verbüßte.

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