Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl entschied, dass 6,5 Millionen Euro für Künstliche Intelligenz ans Landeskriminalamt gehen sollen. Foto: dpa/Gregor Bauernfeind

6,5 Millionen Euro aus Vermögensabschöpfungen kommen dem Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart für den digitalen Fortschritt zugute. Das hat Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) entschieden. Denn: „Nirgendwo ist das Geld besser investiert als beim LKA.“

Stuttgart - Ein Teil von Vermögensabschöpfungen im Südwesten verbleibt immer bei der Polizei und der Justiz. Wie eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, ist die haushaltsrechtlich maximal mögliche Summe von 10,6 Millionen Euro in diesem Jahr bereits durch das Bußgeld des Automobilherstellers Porsche wegen Verletzung von Aufsichtspflichten im Zuge der Abgasaffäre erreicht worden.

Jetzt hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) entschieden, dass 6,5 Millionen Euro dieser abgeschöpften Mittel ans Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart fließen sollen, um Digitalisierungsvorhaben in der Kriminaltechnik und bei der Datenanalyse realisieren zu können.

Strobl: Machen Kriminalisten fit für die Zukunft

„Mit dieser Investition in Künstliche Intelligenz machen wir unsere Kriminalisten fit für die Zukunft: Sie können auf der Basis Tatzusammenhänge schneller erkennen, Ermittlungszeiten verkürzen und Straftaten besser aufklären“, sagte Strobl unserer Zeitung. Gerade in Zeiten, in denen die Kriminalitätsbekämpfung immer komplexer werde, sei dies „von unschätzbarem Wert“. Er habe bewusst entschieden, das LKA im Feld der Künstlichen Intelligenz mit 6,5 Millionen Euro zu stärken. Das sei zwar viel Geld. „Bei KI gilt für mich: nicht kleckern, klotzen. Und nirgendwo ist das Geld besser investiert als beim LKA.“

Das Landeskriminalamt steht den Kollegen der regionalen Polizeipräsidien in vielen Fällen als Dienstleister zur Verfügung. Mit dem Geld sollen verschiedene Bereiche gestärkt werden. So wird zum Beispiel für die Dokumentenüberprüfung eine bislang einzigartige intelligente Software entwickelt, die Fälschungen und Serienzusammenhänge automatisiert erkennen und auswerten können soll. Zudem soll beim Auslesen von sichergestellten Mobiltelefonen ein Programm eingeführt werden, das unter anderem hilft, Chatnachrichten von Tatverdächtigen zielgerichtet auszuwerten.

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