Weil viele Stars fehlen, macht Joachim Löw gegen die Dänen Shkodran Mustafi (links) vielleicht sogar zum Kapitän. Foto: AFP

Das Länderspiel zwischen Dänemark und Deutschland ist völlig sinnfrei – und nur etwas für Nostalgiker des Fußballs, findet Sportredakteur Dominik Ignée.

Stuttgart - Der Fußball gönnt einem keine Pause. Jetzt hat der geneigte Fan die schon seit einem halben Jahr feststehende Meisterschaft der Bayern hinter sich gebracht, die Rettung des HSV erlebt und den Untergang von 1860 München. Als Sahnehäubchen gab es dazu noch am vergangenen Samstag das Champions-League-Finale, in dem der Real-Star Cristiano Ronaldo die alte Dame Juve in alle Einzelteile zerlegte. So, das war es jetzt. Endlich haben auch mal die Konsumenten Pause. Weit gefehlt: jetzt müssen Jochims Löws Männer an diesem Dienstag auch noch gegen Dänemark ran. Weiter, immer weiter. Auch wenn es bei dem Länderspiel nicht einmal um die viel zitierte goldene Ananas geht. Genaugenommen geht es um gar nichts.

Keine Pause für die Spieler

Der Bundestrainer schont seine Stars und bittet gegen Dänemark zum Debütantenball. Es ist ehrbar, die Partie auszuspielen, weil sie an das EM-Märchen vor 25 Jahren erinnern soll. Die Dänen rückten 1992 für das verbannte Jugoslawien ins Endturnier in Schweden, stürmten bis ins Finale – und besiegten den Weltmeister Deutschland sehr überraschend mit 2:0. Das war ganz sicher eine wunderbare Geschichte für das kleine Dänemark.

Aber in Anbetracht der Übersättigung durch den Fußball im Fernsehen und auch im Hinblick auf die Pause, die sich die Kicker jetzt wirklich mal verdient haben, braucht diese Partie wirklich kein Mensch. Sie soll als Test dienen für den ebenso unwichtigen Confed-Cup, der Mitte Juni in Russland ausgetragen wird und als WM-Testlauf gilt. Was den sportlichen Wert der Dänemark-Partie angeht, hätte es durchaus ausgereicht, eine Schleswig-Holstein-Auswahl rüber nach Kopenhagen zu schicken. Der Bus wäre nach nicht einmal eineinhalb Stunden am Ziel – und jedem wäre gedient.

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