Geht es nach dem Willen der Verwaltung wird die Stettener Feuerwehr auf diesem Hang am alten Rathaus ihr neues Domizil erhalten. Foto: Natalie Kanter

Die Verwaltung sieht den Neubau der Stettener Wehr am Alten Rathaus. Im September gibt es dazu einen Infoabend für alle Bürger.

Stetten - Die Verärgerung von Oberbürgermeister Roland Klenk war deutlich zu spüren. Mit scharfem Ton erinnerte der Rathauschef am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung an eine Aussage von SPD-Fraktionschef Erich Klauser. Dieser hatte der Stadtverwaltung in einem Artikel unserer Zeitung vorgeworfen, Stimmung zu machen und Unterlagen zu manipulieren. „Die Unterlagen sind nicht manipuliert“, stellte Klenk seine Sicht der Dinge klar. Und er forderte den SPD-Mann auf, das Gegenteil zu beweisen. Bei diesem Zwist ging es erneut um die strittige Frage, wo genau das neue Stettener Feuerwehrhaus gebaut werden soll.

Zur Erinnerung: Die Verwaltung befürwortet den Standort am Alten Rathaus, während alteingesessene Bürger, der Vereinsring sowie SPD- und FDP-Stadträte weiterhin gegen einen Bau des Gebäudes an dieser Stelle sind. Erich Klauser will sich nach der Sommerpause mit anderen Stettener Bürger in dieser Angelegenheit treffen, sagt er unserer Zeitung auf Nachfrage. Gemeinsam wollen sie sich eine Strategie überlegen, wie sie einen Neubau neben dem Alten Rathaus verhindern können, in dem sich derzeit noch die Stadtwerke befinden und das sich zum Bürger-, Verwaltungs-, und Kulturzentrum entwickeln soll. Als alternativer Standort für den Neubau wird derzeit noch das Haldenareal – also der jetzige Standort der Wehr – gehandelt. Mehrere Fraktionen hatten sich dafür eingesetzt, dass auch dieses Gelände so tief gehend untersucht wird, wie dies bereits für den Standort am Alten Rathaus passiert ist.

Untersuchung dauert ein halbes Jahr

„Eine solche Untersuchung würde ein halbes Jahr dauern“, sagte die Baubürgermeisterin Eva Noller dazu in der Gemeinderatssitzung. Zudem werde sie 90 000 Euro kosten. Um die umstrittene Standortfrage wird es auch am 21. September bei der städtischen Informationsreihe „LE im Dialog“ in Stetten gehen. Dabei sollen nach zwei halböffentlichen Workshops zum Thema nun erstmals alle Bürger ins Boot geholt werden.

Geht es nach dem Willen der Verwaltungsspitze wird der Technische Ausschuss in seiner Sitzung am 10. Oktober schlussendlich einen Knopf an die Sache machen und sich die Mehrheit des Gemeinderates für den Standort am Alten Rathaus entscheiden. Schließlich „haben wir uns mit diesem Thema nun drei Jahre lang befasst“, sagte Klenk im Gemeinderat.

Das städtische Planungsamt hatte im Vorfeld der Sitzung die Vor- und Nachteile der beiden Standorte in einem schriftlichen Vergleich festgehalten. Amtsleiter Philipp Schwarz präsentierte das Papier den Stadträten unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes.

Lärm durch Autotüren

Aus Sicht der Verwaltung spricht demnach allein ein einziger Punkt für das Haldenareal. Die Wehr würde am gewohnten Standort bleiben. Ansonsten werden in dem Papier vor allem Probleme aufgelistet. Zwei Beispiele: Man braucht für die Bauzeit ein Interimsstandort. Weil das Gelände von allen Seiten von einer Wohnbebauung eingeschlossen ist, seien die neuen Lärmschutzrichtlinien insbesondere nachts nur schwer einzuhalten. Dabei geht es offenbar um Autotüren, die zuschlagen, wenn die Einsatzkräfte am Feuerwehr-Magazin ankommen und mehr.

Für das Areal am Alten Rathaus zählt die Verwaltung allein positive Punkte auf. Beispielsweise soll dort dann ein größerer Platz zum Parken, für Feste und als Bürgertreffpunkt entstehen. Es müsste kein Interimsstandort für die Wehr gesucht werden. Das Haldenareal könnte zu einem Wohnquartier entwickelt werden.

Veranstaltung Der Bürgerinformationsabend zum Thema findet am 21. September, von 18 Uhr an, in der Festhalle in Stetten, Jahnstraße 60. statt. Er trägt den Titel „LE im Dialog: Stetten“.

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