Für jeden etwas: Fußgänger drücken rechts, Radler drücken links. Foto: factum/Granville

Die wohlhabende Stadt Bietigheim-Bissingen ist dafür bekannt, sich gerne mal Dinge zu leisten, von denen andere Kommunen nur träumen. Ein Fußgängerüberweg an der Ellentalkreuzung hat beispielsweise gleich zwei Ampelknöpfe.

Bietigheim-Bissingen - Doppelstrukturen sind eine feine Sache. Und zwar auf jeder Ebene. Beispiele gefällig? In Ludwigsburg kommt die Stadtbahn – und der Schnellbus. Die Grünen im Bund stellen traditionell eine Doppelsitze auf. Denn jeder weiß um das Erfolgsrezept dieser Konstellation, die auch Grundlage vieler anderer erfolgreich laufender Partnerschaften sein kann: Wenn was schiefläuft, ist im Zweifel immer der andere schuld. Das hat nun auch die SPD kapiert und zieht mit gleich zwei Spitzenkandidaten in die Europawahl – mit der Noch-Justizministerin Katarina Barley und... ja, wem eigentlich noch?

Die Stadt Bietigheim-Bissingen wiederum hat es nun mit einer kleineren, aber dafür umso kurioseren Doppelstruktur geschafft, Aufmerksamkeit auf Facebook zu bekommen. Die „Bild Stuttgart“ postete auf ihrem Account ein Bild der sanierten Schwarzwaldstraße an der Ellentalkreuzung. Darauf zu sehen: Zwei gelbe Ampel-Drücker für Fußgänger nebeneinander, mit einem Abstand von knapp einem Meter. Den „Doppel-Drücker“ nannten die Sprachvirtuosen des Boulevard-Blatts kurz und schlicht die Installation der beiden Lichtsignalanlagensignalanforderungsknöpfe.

Bi-Bi, die Doppelstadt mit Doppel-Drücker

In der Tat ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, warum man an dieser Stelle zwei Drücker braucht. Anette Hochmuth vom Presseamt der Stadt bringt Licht ins Dunkel: Hier wurde nicht etwa beim Planen geschlampt, im Gegenteil: ein Drücker sei für Fußgänger, der andere für Radfahrer. Der Übergang sei relativ großzügig angelegt, deswegen die Doppel-Installation, die übrigens einmalig in Bietigheim-Bissingen sei. Bietigheim-Bissingen, die Doppelstadt mit Doppel-Drücker. Die Kurzform der Stadt ist ja Bi-Bi und „bi“ bedeutet „Zwei“. Insofern passt doch alles.

Das wohlhabende Bietigheim-Bissingen ist ohnehin schon häufiger damit aufgefallen, sich Dinge zu leisten, von denen andere Kommunen nur träumen können. Jüngstes Beispiel für ein Doppelt-Gemoppelt: Man saniert die Ellentalgymnasien – und statt eines Übergangsquartiers baut man einfach eine zweite Schule daneben. Etwas länger her ist der berühmte Porsche Cayenne als Einsatzwagen der Feuerwehr. Hier titelten die Kollegen von „Bild“: „Lalü, lala, wir haben’s ja.“

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