Die Künstlerin Marie Lienhard lässt ihren goldenen Ballon auf dem Schlossplatz steigen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wie lange hält die Zeit des Überflusses? Wann platzt die Blase? Zum Umdenken will die Künstlerin Marie Lienhard aufrufen. Gold steht für Reichtum. Einen Heliumballon mit goldener Hülle hat sie am Mittwoch auf dem Schlossplatz steigen lassen, der nach 30 Kilometern in der Stratosphäre zerfetzt ist.

Stuttgart - Die Kunstaktion hat einen ernsten Hintergrund – die Passanten der Stuttgarter Fußgängerzone aber durften erst einmal die schönen Seiten von „Logics of Gold“ genießen. Um die Logiken des Goldes geht es der Künstlerin Marie Lienhard, die mit dem Kollegen Simon Pfeffel einen perfekten Tag für ihre Performance erwischt hat. Hinauf in den strahlenden blauen Himmel entschwebte der goldumhülle Ballon, der einen stolzen Durchmesser von zwei Metern hat. Nervös flogen die Stadttauben auf und davon, als das Kunstobjekt unter Beifall der Zuschauer die Erde verließ. Es dauerte nicht lang, da regneten es Gold. Die ersten Blättchen hatten sich von der Ballonhülle gelöst und segelten sachte auf den Schlossplatz hinab.

Gold ist schön, aber vergänglich

Die Künstlerin Marie Lienhard, die zuletzt mit ihrem Nacktkalender für Aufsehen sorgte, möchte „ein Zeichen für die Wichtigkeit des Umdenkens“ setzen. Auf welche Werte, fragt sie, kommt es an, „um ethisch und ökologisch die Zukunft zu gestalten“. Als Symbol für Wohlstand und für Überfluss hat sie Gold eingesetzt. Gold ist schön, aber vergänglich. In der Stratosphäre weitet sich der Ballon auf den doppelten Umfang, bis er platzt. Stundenlang hatte die Künstlerin mit Freunden im Kunstgebäude den Ballon mit Goldblättchen beklebt.

Am Ballon befestigt ist eine 360-Grad-Panoramakamera. Sie filmt den Schlossplatz und die Stadt von oben sowie den Himmel. Am Ende fällt die Kamera auf die Erde und soll von den Künstlern dank eines GPS-Senders gefunden werden. Später wird das Videomaterial ins Netz gestellt.

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