Peruaner demonstrierten am Samstag in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Auf dem Kleinen Schlossplatz haben am Samstag junge Peruaner gegen Machtmissbrauch und Polizeigewalt ihrer Heimat demonstriert.

Stuttgart - Peruanische Musik klingt über den Kleinen Schlossplatz. Rote und weiße Kerzen brennen auf dem Sockel der Spiegelskulptur vor den Portraits der beiden Männer, die vor einer Woche bei Demonstrationen in Peru durch Polizeigewalt starben. Daneben findet sich das Bild eines Vermissten. Rund 40 vorwiegend junge Peruaner haben sich am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung für den Erhalt der Demokratie und das Recht auf friedlichen Protest in ihrer Heimat versammelt. „Fern aber nicht unbeteiligt“ steht auf einem Schild. „Ihr habt Euch mit der falschen Generation angelegt“ auf einem anderen. „Wir sehen uns in der Pflicht, von Deutschland aus etwas für unser Land zu tun“, sagt Inti Supa Stölben, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Raymi Peru, der zur Protestaktion aufgerufen hat.

Im Zentrum der Kritik steht das Parlament

Im Zentrum der Kritik steht das Parlament, das den gewählten Präsidenten Martín Vizcarra abgesetzt und seinen inzwischen zurückgetretenen Nachfolger Manuel Merino ins Amt gehoben hatte. Vizcarra sei unter Vorwänden die Macht entzogen worden, weil er die Korruption bekämpfen wollte, erklärt Supa Stölben. Viele der Kongressabgeordneten schütze nur die parlamentarische Immunität vor strafrechtlichen Ermittlungen. Der 26-Jährige, der seit sieben Jahren in Stuttgart lebt und gerade seinen Master in Elektromobilität an der Stuttgarter Uni macht, hofft, dass die Demonstration dazu beiträgt, die Zustände in Peru stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Sie stehe im Zusammenhang mit weltweiten Kundgebungen am Samstag, die „den Druck von außen“ erhöhen sollten.

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