Fritz Kuhn will beim Thema Kulturquartier die Richtung mit vorgeben Foto: dpa

Nirgends sonst drängen sich so viele Kultureinrichtungen im Zentrum wie in Stuttgart. Das will OB Fritz Kuhn jetzt nützen – endlich, kommentiert „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer

Stuttgart - Hochkarätiges drängt sich im Zentrum der Metropolregion Stuttgart, in der Mitte der Landeshauptstadt, eine auch national einmalige Dichte von Kultureinrichtungen. Klar, das weiß man irgendwie – dass im Alten Schloss Schätze des Landes zu sehen sind, dass die Mertz-Kinos in der Bolzstraße Bühne für Filmfestivals sind, dass in Opernhaus und Schauspielhaus Oper, Ballett und Schauspiel zu Hause sind. Und auch, dass sich auf der anderen Seite der Bundesstraße 14 Staatsgalerie, Haus der Geschichte, Landesbibliothek und Stadtpalais reihen. Ein Ganzes aber ist dies nicht.

Trauerspiel um Zuständigkeiten

Dabei sind Begriff, Weg und Ziel längst gefunden – Kulturquartier. Nichts muss erfunden werden, alles ist da. Und doch hat man das Thema fast verspielt. Stadt und Land im Ringen um Zuständigkeiten, die Verantwortlichen der Kultureinrichtungen im Hüten eigener Interessen. Ein Trauerspiel. Längst sind Museumsufer (Frankfurt), Museumsmeile (Hamburg) oder Museumsquartier (Wien) wesentliche Marken im Wettlauf der Metropolen.

Wer auf Exklusivität pocht, wird im Abseits landen

Jetzt sitzen in Stuttgart alle Beteiligten an einem Tisch – endlich. Längst überfällig ist die an Nutzerfreundlichkeit orientierte Dachmarke Kulturquartier – mit einem klaren Wegeleitsystem, zeitgerechtem digitalem Profil, abgestimmten Öffnungszeiten und gegenseitigen Ticketvergünstigungen. Mit gemeinsamen Veranstaltungs- und Vermittlungsangeboten. Wer aufseiten der Kultureinrichtungen auf Exklusivität pocht, wird schlicht im Abseits landen.

B 14-Übergang zwischen Oper und Haus der Geschichte als Ziel

Das Kulturquartier ist da – man muss es nur leben. Die B 14 ist dabei keine Sperre. Es ist nur eine Straße – und ein breiter Übergang zwischen Opernhaus und Haus der Geschichte ist so notwendig und folgerichtig wie das Kulturquartier an sich.

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