Mit „Cyrano“ startet der Ludwigsburger Theatersommer am 15. Juli. Foto: Theatersommer/ThS

Das Programm für die verkürzte Saison im Clussgarten wurde eingedampft – ein Stück, das ursprünglich nicht auf dem Spielplan stand, ist aber auch hinzugekommen. Werden künftig insgesamt weniger Stücke zu sehen sein?

Ludwigsburg - Für Theaterfreunde ist es ein kleiner Lichtblick in diesem Sommer: Während andere große Freiluftveranstaltungen in Jagsthausen oder Esslingen abgesagt wurden, findet der Theatersommer voraussichtlich statt. Allerdings mit deutlich weniger Zuschauern und einem reduzierten Programm. „Wir haben die Hoffnung in den letzten Wochen nie ganz aufgegeben und alle möglichen Spielplan-Varianten eng an den aktuellen Geschehnissen, Ausblicken und konkreten Verordnungen immer wieder neu ausgerichtet“, sagt der Intendant Peter Kratz.

„Small is beautiful“ haben die Verantwortlichen um Kratz die Spielzeit 2020 letztlich getauft. Eigentlich wollten sie im Jubiläumsjahr zum 30-jährigen Bestehen des Freilufttheaters den Besuchern etwas besonderes bieten. Nun sind sie froh darüber, dass überhaupt gespielt werden kann – besser klein als gar nicht, lautet das Motto.

„Die Blechtrommel“ kommt neu hinzu

Am 15. Juli – so sieht es der Plan vor – feiert die Theatersommerfassung von „Cyrano“ Premiere. In der darauffolgenden Woche, am 25. Juli, soll Pippi Langstrumpf Kinder und Familien in den Clussgarten locken. Oliver Reeses Theateradaption von Günther Grass’ Jahrhundertroman „Die Blechtrommel“ stand bislang nicht auf dem Spielplan und ist zum ersten Mal am 12. August zu sehen. Das besondere an dem Stück: Auf der Bühne steht lediglich ein Schauspieler.

Zum Abschluss der Saison wird dann die Erfolgsproduktion „How to date a feminist“ wiederholt. Weil die eigens erweiterte Rondell-Bühne im vergangenen Jahr Wochen im Voraus ausverkauft war, wird das Stück erneut aufgeführt. Die Kulissen wurden neu gestaltet, das Schauspielpaar ist dasselbe wie 2019.

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Nicht stattfinden werden hingegen die Produktionen „Cabaret Dada“ und „Im weißen Rössl am Ludwigsee“. Das Sonderprogramm „Reality Close-up“, das von der BW-Stiftung mitfinanziert wird, haben die Organisatoren auf 2021 verschoben.

Beim Kindertheater zahlt der Veranstalter drauf

Weil wegen der geltenden Abstands- und Hygienebestimmungen statt 250 in diesem Sommer nur 75 Tickets pro Vorstellung verkauft werden können, rechnet Peter Kratz mit erheblichen finanziellen Einbußen. Und die Zuschüsse der Stadt dürften – wie bei allen anderen Ludwigsburger Kulturbetrieben auch – ein ganzes Stück kleiner ausfallen. „Das wird schon bitter werden mit den Kürzungen“, sagt Kratz. Eine Ausnahme erwartet er, der ohnehin schon 60 Prozent seiner Kosten aus eignen Kräften stemmt – was im Bereich Freilichtbühne eine Seltenheit ist –, aber nicht.

Der Theaterchef ist zwar zuversichtlich, dass die Kulturstiftungen trotz des kleineren Programms ihre Zuwendungen nicht anteilig zurückverlangen. Trotzdem könnte es sein, dass das Freilichttheater dauerhaft kleiner wird. „Als Erstes müssten wir das Kindertheater zumachen“, sagt Kratz. Dafür zahlt der Veranstalter ohnehin jedes Jahr 10 000 Euro drauf. „Das zu finanzieren, geht nur mit vollen Rängen“, so Kratz.

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