Stefanie Klee eröffnet eine neue Galerie mit mexikanischer Kunst in Esslingen. Foto: Ines Rudel

Eine Gruppe junger Mariachi-Musiker zieht durch die Esslinger Altstadt. Auf Facebook hat ein Video dazu die Runde gemacht. Wir haben mit der Initiatorin über den Clip und weitere Kultur-Projekte zwischen Deutschland und Mexiko gesprochen.

Esslingen - Puentes – auf Deutsch: Brücken – heißt das derzeitige Herzensprojekt der Filmproducerin und Wahlesslingerin Stefanie Klee. Die 36-Jährige hat zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Miriam Hernández den Plan, die deutsche und die mexikanische Kultur besser miteinander zu verknüpfen. Ein Austauschprojekt mit Schülern aus dem Bundesstaat Hidalgo läuft derzeit an.

Vor Kurzem hat Klee dafür bereits einen Video-Gruß aus Esslingen mit befreundeten Mariachi-Musikern Richtung Mexiko geschickt. Das Video machte die Runde auf Facebook:

Neue Galerie in der Webergasse

Über das anstehende Austauschprojekt will Klee einen Kinofilm drehen, der dann auch in deutschen Kinos und auf Festivals laufen soll. Zudem steht die Eröffnung einer Galerie mit mexikanischer Kunst vor der Tür.

Mexiko soll in Esslingen spürbar werden. 20 Künstler haben ihre Sichtweise auf ihr Heimatland in einem Gemälde verewigt und ihre Werke für die Eröffnungsausstellung der Galerie Comartes nach Esslingen geschickt. Unter dem Titel „Tür nach Mexiko“ präsentieren Klee, Hernández und der Esslinger Verein Amigos de América Latina vom 13. September an die Werke. Zur Vernissage wird auch einer der Künstler, Miguel Valverde, kommen.

Die beiden Frauen verbindet nicht nur ihre gemeinsame Agentur Comartes, mit Sitz in der Altstadt, sondern auch die besondere Familienkonstellation: Klee ist mit einem mexikanisch stämmigen Mann verheiratet, Hernández ist selbst Mexikanerin und mit einem Deutschen verheiratet. Die Kindern der beiden sollen von beiden Kulturen viel mitbekommen. „Was hier von der mexikanischen Kultur ankommt, spiegelt überhaupt nicht den Reichtum der Kultur und die vielen Besonderheiten des Landes wider. Es geht meistens nur um die Kriminalität und Gewalt in Mexiko.

Umgekehrt wird es wohl kaum anders sein – welches Bild dort von Deutschland vorherrscht, ist auch nur ein Bruchteil der Realität“, sagt Klee. Da sie nicht nur ihren eigenen Kindern, sondern viel mehr Menschen den Zugang zur deutschen und zur mexikanischen Kultur erleichtern wollen, haben die Frauen das Projekt „Puentes“ und die Galerie ins Leben gerufen.

Grundstein für neues Austauschprogramm

„Bei dem Austauschprojekt steht die Musik als Bindeglied zwischen den Kulturen im Vordergrund. Zusammen mit einem befreundeten Tenor und der ‚Ode an die Freude’ reisen wir nach Mexiko, um dort in einem zweiwöchigen Workshop das Lied mit den Kindern einzustudieren und bei einem großen Abschlusskonzert zu präsentieren“, so Klee. Das Gedicht von Friedrich Schiller, vertont von Ludwig van Beethoven, soll als klassisches Aushängeschild der deutschen Kultur dienen, das die beiden im Gepäck haben. Die Frauen wollen von Oktober bis November in Hidalgo sein und neben ihrem Musikprojekt auch viele weitere Brücken schlagen. „Wir wollen damit nicht nur Kinder ansprechen, die ohnehin schon einen Zugang zu Deutschland oder der klassischen Musik haben“, erklärt sie. „Uns geht es darum, einen Grundstein für einen regen Austausch zu schaffen und planen fest damit, dass wir 2019 hier einen mexikanische Gruppe empfangen dürfen. Dafür fehlen allerdings noch interessierte Esslinger Schulen, die sich auch an einem Austausch beteiligen würden.“

Wie die beiden selbst ernannten Kulturvermittlerinnen mit ihrem Projekt vorankommen, wollen sie in einem Videotagebuch festhalten. Einen ersten Eindruck von dem neuen Brückenschlag zwischen Esslingen und Mexiko kann man bereits am Samstag, 8. September, bei „Esslingen funkelt“ bekommen. Dafür öffnet die Galerie bereits vorab ihre Türen.

Comartes, Webergasse 12, Esslingen, Telefon 0176 61959781, Vernissage am 13. September, 19 Uhr, Feier zum Unabhängigkeitstag Mexikos am 15. September, 19 Uhr, www.comartes.com

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