Drohnen werden sowohl vom Iran als auch – wie hier – von den USA im Persischen Golf eingesetzt. Foto: Airman 1st Class Darrion Brownin

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump haben die USA in der Golfregion eine iranische Drohen abgeschossen. Teheran will darüber keine Informationen haben.

Washington/Teheran - Erneuter Zwischenfall in der Golfregion: Die USA haben am Donnerstag nach eigenen Angaben eine iranische Drohne über der Straße von Hormus abgeschossen. Die „USS Boxer“ habe eine „verteidigende Maßnahme gegen eine iranische Drohne ergriffen“, die dem Kriegsschiff „sehr, sehr nahe“ gekommen sei, erklärte US-Präsident Donald Trump in Washington. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte unterdessen, er habe „keine Information“ über den Verlust einer Drohne.

Präsident Trump sagte, die Drohne sei sofort zerstört worden. Dem US-Präsidenten zufolge war die Drohne nur etwa 1000 Yard (914 Meter) von dem US-Schiff entfernt. Er sprach von der „jüngsten von vielen Provokationen und feindlichen Aktionen durch den Iran“. Trump appellierte an „andere Länder, ihre Schiffe bei der Durchfahrt der Meerenge zu beschützen und künftig mit uns zusammenzuarbeiten“.

Abschuss in einer Zeit massiver Spannungen

Laut einem Sprecher des US-Verteidigungsministeriums ereignete sich der Vorfall am Donnerstagvormittag (Ortszeit), als die „USS Boxer“ dabei war, in die Straße von Hormus einzufahren.

Der iranische Außenminister Sarif sagte vor einem Treffen mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres in New York, er habe „keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag“. Weitere Angaben machte er nicht.

Der Abschuss kommt zu einer Zeit der massiven Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Seit dem Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran im Mai 2018 und der Verhängung neuer Sanktionen kommt es in der Golfregion immer wieder zu Zwischenfällen. 

Seit Anfang Mai mehrere Angriffe auf Tanker

Seit Anfang Mai gab es mehrere Angriffe auf Tanker in der Region, für die Washington den Iran verantwortlich machte. Teheran wies jede Verantwortung zurück. 

Ende Juni brachte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die Revolutionsgarden über der Straße von Hormus den Iran und die USA an den Rand einer militärischen Konfrontation. US-Präsident Trump stoppte nach eigenen Angaben erst in letzter Minute einen Vergeltungsangriff. 

Für weitere Spannungen sorgte Anfang Juli die Festsetzung eines Tankers mit iranischem Erdöl vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar. Am Donnerstag verkündeten die iranischen Revolutionsgarden, sie hätten einen „ausländischen Tanker“ im Persischen Golf festgesetzt.

Straße von Hormus ist eine wichtige Handelsrute

Die Straße von Hormus ist schon seit Jahrhunderten eine wichtige Handelsroute. Rund ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls wird durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman befördert.

Das US-Finanzministerium kündigte unterdessen Sanktionen gegen eine Reihe internationaler Unternehmen wegen ihrer Verbindung zum iranischen Atomprogramm an. Unternehmen aus dem Iran, Belgien und China seien auf die schwarze Liste gesetzt worden, hieß es. Sie würden als Beschaffungsnetzwerk für das iranische Unternehmen Tesa dienen, das die Anreicherungszentrifugen für die iranische Atomorganisation AEOI liefere.

Bei den chinesischen und belgischen Unternehmen handele es sich um Tarnfirmen, „um wichtige nukleare Materialien zu bekommen“, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin.

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