Das neue Nato-Haupquartier in Brüssel. Ein vielleicht nicht ganz so beeindruckender Bau soll in Ulm entstehen. Foto: dpa

Ulm soll ein wichtiger Knotenpunkt für militärische Aktivitäten werden: Die Nato plant, dort ein neues Kommandozentrum einzurichten.

Berlin - Die Bundeswehr will das neue Kommandozentrum für schnelle Truppen- und Materialtransporte der Nato in Ulm ansiedeln. Es soll am Standort des Multinationalen Kommandos Operative Führung eingerichtet werden, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Die offizielle Entscheidung der Nato über die Vergabe dieses Kommandos fällt erst beim Nato-Verteidigungsministertreffen im Juni 2018.

Zeitweise war auch der Standort Köln-Bonn im Gespräch. Vom Standort Ulm in Baden-Württemberg erwartet sich die Bundeswehr Synergieeffekte. Das multinationale Kommando dort ist darauf ausgerichtet, im Auftrag etwa der Nato oder der EU die Führung weltweiter Krisenmanagement-Einsätze zu übernehmen.

Mit der Stärkung ihrer Kommando- und Streitkräftestruktur reagiert die Nato vor allem auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Im Zuge der Entspannungspolitik waren die Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten enorm reduziert worden.

Noch sieben von zwölf Hauptquartieren übrig

Von den zeitweise mehreren Dutzend Hauptquartieren sind nach Nato-Angaben heute nur noch sieben übrig. Sorgen bereiten neben dem Zustand von militärisch nutzbaren Straßen- und Schienenverbindungen in Richtung Osten vor allem bürokratische Hürden beim Transport von Truppen und Ausrüstung.

Neben Deutschland werden vermutlich die USA ein weiteres Kommando aufbauen, um die Transportwege zwischen Nordamerika und Europa über den Atlantik besser zu sichern. Dabei geht es auch um den Schutz sensibler Infrastruktur. Im Atlantik liegen zum Beispiel Datenkabel, über die Internet- und Kommunikationsverbindungen laufen.

  
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