Die Umlaufschranken am Donzdorfer Radweg sind umstritten. Eigentlich sollten Radler hier vom Drahtesel steigen und das Rad über den Überweg schieben. Foto: Archiv/Horst Rudel

Macht Radeln im Kreis Göppingen Spaß oder verursacht es eher Stress? Diese Frage haben Radfahrer differenziert beantwortet – und Überraschendes zu Tage gefördert.

Kreis Göppingen - Mit gutem Beispiel radelt die Landkreisverwaltung weiterhin im Kreis Göppingen voraus: Zum vierten Mal in Folge ist die Verwaltung als fahrradfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Wie fahrradfreundlich der Landkreis insgesamt ist, will eine Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) beantworten. Demnach erreicht die Infrastruktur und Wertschätzung in Bezug auf die Radler im Kreis Göppingen die Schulnote 3,6. Vor zwei Jahren war es noch eine 3,7 gewesen; landesweit wurde die Note 3,9 vergeben.

Göppingen fällt zurück

Göppingen hat sich auf die Note 3,8 verschlechtert, während im Jahr 2016 von den Radlern noch eine 3,5 vergeben wurde. Schlechte Wertungen gab es bei den Themen Führung an Baustellen, Falschparkerkontrolle auf Radwegen, Winterdienst und Reinigung. Von den insgesamt sieben Kommunen aus dem Kreis Göppingen, die es auf Grundlage einer Mindestanzahl von Bewertungen in die bundesweite Wertung schafften, schneidet nur noch Donzdorf schlechter ab. Kritisiert wurde in Fall von Göppingen laut ADFC, ähnlich wie bereits 2016, vor allem die mangelnde Wertschätzung gegenüber Radfahrern

Donzdorf ist das Schlusslicht

Mit der Note 4,4 hat Donzdorf bei den Kommunen bis 20 000 Einwohner die rote Laterne im Landesvergleich erhalten. Das, heißt, die Frage, ob Radfahren im Ort Spaß macht oder eher Stress verursacht, tendiert eindeutig in die negative Richtung. Als Ursachen dafür hat die ADFC-Umfrage die mangelhafte Fahrradförderung in jüngster Zeit, Hindernisse auf Radwegen (siehe unser Bild) und ein nicht ausreichendes Sicherheitsgefühl ausgemacht.

Bad Boll und Eislingen liegen vorn

Als kleinste bewertete Kommune im Kreis Göppingen landete Bad Boll auf Anhieb mit dem Wert 3,2 kreisweit auf dem ersten Platz. Und im Landesvergleich der Orte unter 20 000 Einwohnern schaffte Bad Boll den vierten Platz. Seit Jahren setzt die Kommune auch beim Verkehr auf mehr Nachhaltigkeit. Die Erreichbarkeit des Zentrums (1,9) und der Spaß am Radfahren (2,0) erhielten dort gute Werte. Auch Eislingen hat mit 3,3 recht gut abgeschnitten und ergatterte landesweit damit den dritten Platz unter 50 Städten in der Kategorie 20 000 bis 50 000 Einwohner. Auch wenn aus Sicht der Radler noch längst nicht alles optimal sei, gab es Lob für das große Engagement beim Ausbau der Infrastruktur, darunter die Planung zur Radschnellverbindung im Filstal und die Einrichtung eines Mobilitätspunktes am Bahnhof.

Süßen, Ebersbach und Geislingen

Die Plätze drei bis fünf im kreisweiten Vergleich gehen an die Kommunen Süßen (3,5), Ebersbach (3,6) und Geislingen (3,7). Ebersbach wurde zum ersten Mal in der bundesweiten Umfrage gelistet.

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