Die medizinische Versorgung zu sichern und weiterzuentwickeln, ist nur eine von vielen Aufgaben der Geschäftsführung des Klinikverbunds. Foto: Gottfried Stoppel

Die Geschäftsführerin Elke Frank verlässt zum Ende des Monats den Klinikverbund Südwest in Richtung Universitätsklinik Mainz. Die Aufsichtsräte denken nun über eine mehrköpfige Leitung des Verbundes nach.

Kreis Böblingen - Kreis Böblingen - Bereits in gut zwei Wochen wird die Geschäftsführerin Elke Frank den Klinikverbund Südwest verlassen. Ihr Vertrag wird zum 31. Januar aufgelöst. Darauf einigten sich die Mitglieder des Aufsichtsrats in einer Sondersitzung am Dienstagnachmittag. Diese Entscheidung sei einvernehmlich gewesen, sagten mehrere Räte. Dies bestätigte auch Elke Frank, die ebenfalls an der Sitzung teilgenommen hatte.

„Ich habe alle Aufgaben bereits an meine Mitarbeiter übergeben. Alles passt. Das ist ein guter Zeitpunkt zu gehen und verschafft mir noch etwas Urlaub vor dem Dienstantritt in Mainz.“ Wie berichtet, wechselt Elke Frank an die dortige Uniklinik in die Führungsspitze.

Stellvertreter übernimmt vorübergehend

Vom 1. Februar an soll Martin Loydl interimsweise die Geschäftsführung übernehmen. Er ist im Moment der Stellvertreter Franks und als Prokurist für die kaufmännischen Geschäftsbereiche ressortverantwortlich. „Seine maßgebliche Beteiligung an der Medizinkonzeption, verbunden mit seiner langjährigen und umfangreichen Erfahrung aus verschiedenen Führungspositionen im Klinikverbund, stellen eine Kontinuität und einen nahtlosen Übergang an der Führungsspitze sicher“, zeigte sich der Calwer Landrat Helmut Riegger überzeigt, der turnusgemäß am 1. Januar den Vorsitz im Aufsichtsrat des Klinikverbundes übernommen hat.

Die Übergangsphase wollen die Aufsichtsräte nutzen, um die Geschäftsführung neu zu strukturieren. Angedacht ist ein Modell mit mehreren statt nur einem einzigen Geschäftsführer. „Wir wollen eine professionelle Lösung“, sagte Riegger. Die Anforderungen an die Leitung des Verbundes seien enorm gestiegen: zwei Landkreise, sechs Kliniken, eine komplizierte Struktur mit mehreren Aufsichtsräten, ein neues Medizinkonzept, zwei neue Kliniken, die gebaut werden, sowie große Sanierungen und Umbauten an den Standorten Leonberg, Herrenberg und Nagold.

Auch der Böblinger Landrat Roland Bernhard sieht enorme Anforderungen auf die zukünftige Klinikverbundsleitung zukommen: „Es gilt, die Zusammenarbeit in den medizinischen Bereichen voranzutreiben, organisatorische Anpassungen umzusetzen und den Betrieb in den zentralen Verwaltungs- und Versorgungsbereichen sicherzustellen. Dabei müssen auch die Verluste in den kommenden Jahren deutlich gesenkt werden“, betonte der Böblinger Landrat. Deshalb solle künftig die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden, wie es bereits bei anderen Klinikgesellschaften vergleichbarer Größenordnung der Fall ist – so auch in Mainz, wohin Frank als eine von vier Geschäftsführern an die Uniklinik wechselt.

Verschiedene Leitungsmodelle in der Diskussion

Von „einer bis drei Personen“ auf der Chefetage sei alles denkbar, sagte Riegger. Vorstellbar sei, dass sich beispielsweise einer um die medizinischen Themen, der zweite um den kaufmännischen Bereich kümmere. In den kommenden Wochen wollen er und Bernhard den Aufsichtsräten verschiedene Leitungsmodelle vorlegen. Bis „spätestens Ende Februar“, so Riegger, solle den Planungen zufolge feststehen, von wie vielen Geschäftsführern der Klinikverbund künftig seine Geschicke lenken lässt. Dann sollen die Stellen zügig ausgeschrieben werden.

Differenzen habe es in der Sitzung nicht gegeben, betonte Riegger. Im Gegenteil: „Frau Frank wurde von allen Räten für ihre Arbeit sehr gelobt.“ Die Aufsichtsräte bedauerten die Entscheidung Franks, den Klinikverbund zu verlassen. Ihr Vertrag liefe noch bis zum kommenden Jahr. Eine Vertragsverlängerung von weiteren fünf Jahren war ihr bereits im Dezember angeboten worden.

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