Wer aus dem Kreis Böblingen wird im Herbst 2017 ins Berliner Parlament im Reichstag einziehen? Foto: dpa

Die Linken und die FDP haben bereits ihre Kandidaten für die Bundestagswahl gekürt. Bei den Christdemokarten fehlt nur noch die formelle Nominierung. Die SPD sucht noch, hat aber schon eine Wunschkandidatin.

Kreis Böblingen - Obwohl es noch mehr als ein Jahr bis zur Bundestagswahl ist, stehen die Parteien schon in den Startlöchern. Im Kreis Böblingen haben sowohl die Freien Demokraten als auch die Linken ihren Kandidaten bereits gekürt. Die FDP, die nach vier Jahren Abstinenz vom Parlament wieder den Sprung hinein schaffen möchte, setzt dabei auf ein bekanntes Gesicht. 46 von 47 stimmberechtigten Mitgliedern nominierten Florian Toncar. Der 36-jährige Jurist vertrat den Kreis Böblingen bereits von 2005 bis 2013 im Bundestag. Zuletzt scheiterte seine Partei an der Fünf-Prozent-Marke.

Der Kreisvorsitzende Hans Dieter Scheerer sieht die Liberalen im Aufwind: „In allen Umfragen liegen wir zwischen sechs und acht Prozent. Jetzt gilt es für uns vor Ort, die hervorragende Stimmung aus der Landtagswahl mitzunehmen und unser großes Ziel zu erreichen.“ Toncar gab sich bei der Nominierungsveranstaltung kämpferisch: „Im Bundestag fehlt die liberale Stimme an allen Ecken und Enden. Ich möchte helfen, diese Stimme wieder hörbar zu machen.“

Auch die Linken haben kürzlich ihren Kandidaten nominiert. Bereits zum dritten Mal in Folge heißt dieser Richard Pitterle. Der 57-jährige Jurist, der seit 2009 im Bundestag und zudem auch im Sindelfinger Gemeinderat sitzt, wird voraussichtlich am Wahlabend 2017 wieder zittern müssen, ob es für einen erneuten Einzug ins Parlament reicht. Entscheidend wird sein, ob er sich wieder einen der vorderen Plätze auf der Landesliste sichern kann. 2013 schaffte er den Sprung ins Parlament mit Platz vier auf der Liste. Pitterle gilt als sehr fleißig. Sein Schwerpunkt ist die Steuerpolitik, er fungiert als steuerpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Außerdem ist er Mitglied im Finanz- sowie im Rechtsausschuss des Bundestags. Das Votum der Mitglieder im Kreis bei der Nominierung war einstimmig.

CDU lässt sich Zeit

Zeit lässt sich hingegen die CDU. Erst für den 19. November hat sie die Kandidatenkür im Terminplan. Wer für die Christdemokraten antreten wird, steht sowieso schon fest. Bereits zum fünften Mal wird dies Clemens Binninger sein. „Ja, Herr Binninger tritt erneut an“, bestätigt Matthias Blanarsch, sein Mitarbeiter im Berliner Büro, auf unsere Anfrage. Trotz des schlechten Abschneidens seiner Partei bei der Landtagswahl kann der 54-Jährige der Wahl gelassen entgegen sehen. Das Direktmandat schien er bisher gebucht zu haben, die letzten Male holte er mit weit mehr als 50 Prozent die absolute Mehrheit. Der frühere Polizeibeamte hat sich bundesweit einen Ruf als gefragter Sicherheits – und Innenexperte erarbeitet. Er leitete den Untersuchungsausschuss zur NSU-Affäre, der die Ermittlungsarbeit zu den Morden der rechtsradikalen Terrorgruppe NSU unter die Lupe genommen hat.

Noch keinen Kandidaten haben die Sozialdemokraten. „Wir haben eine Findungsgruppe, die nach geeigneten Leuten Ausschau hält“, sagt die Kreisvorsitzende Jasmina Hostert. Sie selbst wird offenbar als mögliche Bewerberin gehandelt. Das will die 33-Jährige weder bestätigen noch dementieren. „Die Nominierung ist für den Herbst vorgesehen“, ist das einzige, was Hostert dazu sagt.

Welche Parteien noch im kommenden Jahr antreten werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Bundestagswahl findet voraussichtlich Mitte September 2017 statt. Der genaue Termin wird erst ein Dreivierteljahr zuvor festgelegt.

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